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Kieler Universität feiert Richtfest für das neue Juridicum


Das Juridicum prägt den Eingang der Leibnizstraße.

Nur acht Monate nach der Grundsteinlegung steht der Rohbau für das Juridicum der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Das fünfgeschossige Lehr-, Forschungs- und Bibliotheksgebäude ist der erste Neubau im Zuge der baulichen Campussanierung. Das Land Schleswig-Holstein investiert 32,9 Millionen Euro in den Neubau. Davon trägt die CAU die Kosten für die Nachhaltigkeitszertifizierung in Höhe von 0,8 Millionen Euro und 1,7 Millionen Euro für Serviceflächen. Als erstes Gebäude der Universität soll das Juridicum eine Gold-Zertifizierung nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) erhalten. Die Fertigstellung ist für Dezember 2019 geplant. Heute (Mittwoch, 27. Juni) feierten Wissenschaftsministerin Karin Prien, GMSH-Geschäftsführer Frank Eisoldt, der Präsident der Kieler Universität, Professor Dr. Lutz Kipp, und der Prodekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der CAU, Professor Dr. Christoph Brüning, gemeinsam mit den ausführenden Baufirmen das Richtfest. Bislang plant das Land Schleswig-Holstein, bis 2026 rund 450 Millionen Euro in die Sanierung der CAU zu investieren.

„Beim Bau des neuen Juridicums der CAU liegen wir sehr gut im Zeitund Kostenrahmen, obwohl die aktuellen Rahmenbedingungen für das öffentliche Bauen – die hohe Auslastung der Unternehmen bei gleichzeitigem Fachkräftemangel – sehr schwierig sind. Der Erfolgsfaktor beim Juridicum ist der besondere Teamspirit und die exzellente Zusammenarbeit, die alle Beteiligten durch dieses Projekt trägt. Dafür danke ich ganz herzlich allen beteiligten Planern und Baufirmen, der CAU und den Ministerien“, sagte GMSH-Geschäftsführer Frank Eisoldt.

Zentraler Baustein des baulichen Gesamtkonzepts

„Bis 2026 werden zwei Drittel unseres Uni-Campus komplett runderneuert. Die Universität ist damit wohl das größte städtebauliche Projekt Kiels im kommenden Jahrzehnt“, betonte Professor Lutz Kipp anlässlich des Richtfestes. „Das Juridicum markiert den Anfang der umfangreichen Baumaßnahmen besonders in der Leibnizstraße. Wir sind stolz darauf, dass eine unserer ältesten Fakultäten ein modernes Lehr- und Forschungsgebäude erhält, das sich sehen lassen kann und zugleich ein Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit ist! Hier werden die Studienqualität und, mit den Serviceflächen, auch die Aufenthaltsqualität deutlich erhöht. Eine neue Verbundbibliothek nimmt ihre Anfänge mit dem Juridicum. Sie wird mehrere Fachbibliotheken unter einem Dach beherbergen und wissenschaftlichen wie studentischen Bedürfnissen gerecht werden.

Wissenschaftsministerin Karin Prien hob hervor: „Bei diesem neuen Gebäude handelt es sich nicht um irgendeinen Neubau der CAU, sondern man kann durchaus von einer richtungweisenden Weichenstellung für die Universität reden. Das Juridicium ist ein zentraler Baustein des baulichen Gesamtkonzepts.“ Der Neubau stärke die Attraktivität der CAU für Studierende und für das wissenschaftliche Personal und „macht die Bedeutung der Wissenschaft in Kiel sichtbar“.

Fotostrecke zum Neubau

Neubau Juridicum

Moderne und innovative Arbeits-, Begegnungs- und Bildungsstätte

„Ich darf für die Rechtswissenschaftliche Fakultät vor allem unsere große Freude darüber ausdrücken, dass wir eine so moderne und innovative Arbeits-, Begegnungs- und Bildungsstätte auf dem Campus erhalten! Das ist insbesondere mit Blick auf die Kosten überhaupt nicht selbstverständlich und das ist zweifellos auch im 353 Jahre langen Leben der Rechtswissenschaftlichen Fakultät etwas ganz Besonderes. Wir freuen uns auch deshalb so über den Neubau, weil wir an den Planungen stets beteiligt waren und uns infolgedessen im Resultat wiederfinden. Erfreulich ist zudem, dass die auf etliche Gebäude verteilten Institute und Einrichtungen nun fast vollständig in einem Fakultätsgebäude zusammengeführt werden. Die Universität, wir alle dürfen uns auf eine Stimulierung zu kraftvoller Forschung und nachhaltiger Lehre in den Rechtswissenschaften in Kiel freuen.“, sagte Professor Dr. Brüning von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät.

Burkhard Mentrup, Geschäftsführer von AGN Leusmann, sagte: „Auch beim Neubau des Juridicums war für die Architektur die ihr seit Generationen abverlanget Aufgabe: Schutz vor den Naturgewalten und Raum schaffen für verschiedenste Aktivitäten."

Das Juridicum wird zukünftig das neue Eingangstor in die Leibnizstraße bilden und orientiert sich städtebaulich an den vorhandenen vier Fakultätenblöcken. Mit einer Länge von 91 Metern und einer Höhe von 21 Metern bietet der Neubau auf von 7.200 Quadratmetern Nutzfläche Platz für Forschung, Lehre und für einen Teil des neuen Bibliotheksverbunds. Im gesamten Bibliotheksverbund werden fast alle Fachbibliotheken der Rechtswissenschaften und Theologie sowie der Sprach- und Geisteswissenschaften untergebracht. Der Haupteingang des Juridicums befindet sich in der Leibnizstraße und führt in ein großzügig verglastes Foyer mit einer Freitreppe. Im ersten Obergeschoss werden drei Seminarräume eingerichtet, die in den Semesterferien zu Bibliotheksarbeitsplätzen für die Studierenden umfunktioniert werden können und die dann direkt über die Verbundbibliothek zugänglich sind. Das zweite Obergeschoss bietet Platz für das Dekanat und das Prüfungsamt. Der Kern der juristischen Forschung mit ihren 20 Professuren wird im zweiten bis vierten Obergeschoss untergebracht. Für das Erdgeschoss sind ein Buchladen, ein Kopierdienst und ein Café mit Bäckerei geplant.

Große Baumaßnahmen an der CAU

Neben dem Neubau für die Rechtswissenschaftliche Fakultät sind im Zuge der Campussanierung mehrere weitere große Maßnahmen geplant. Noch diesen Sommer soll der Grundstein für einen fünfstöckigen Neubau für das Geographische Institut gelegt werden. Ebenfalls noch dieses Jahr soll mit dem Neubau der Geowissenschaften mit Geotechnikum begonnen werden. Bereits in Planung befinden sich ein Neubau für die universitäre Tierhaltung mit dem Institut für Physiologie sowie ein Neubau für das Mathematische Seminar und agrarwissenschaftliche Institute. Außerdem ist die weitere Sanierung der Fakultätenblöcke geplant. An der Feldstraße entsteht ein neuer medizinischer Forschungs- und Lehrcampus mit einem Hörsaalneubau und drei Forschungsneubauten, von denen der erste bereits dieses Jahr fertiggestellt werden soll. Für die Technische Fakultät auf dem Ostufer und für das Areal am Bremerskamp werden aktuell städtebauliche Rahmenplanungen entwickelt. Informationen unter: www.bauportal.uni-kiel.de

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