„Kieler Universität ist internationales Vorbild“

Bildunterschrift: CAU-Präsident Gerhard Fouquet (Mitte) und Vizepräsident Thomas Bosch (6.v.r.) begrüßten die Delegation der chinesischen Zhejiang Universität.
Copyright: CAU, Foto: Denis Schimmelpfennig

Das Präsidium der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) begrüßte am Mittwoch (28. März) eine neunköpfige Delegation der chinesischen Partneruniversität Zhejiang auf dem Kieler Campus. Anlass des Besuches waren Gespräche über eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen beiden Hochschulen. Eine Tour über den Campus führte die chinesischen Gäste unter anderem zum neuen Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (ZMB) und zum GEOMAR | Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung. In Anwesenheit von Dr. Cordelia Andreßen, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein, bekräftigten CAU-Vizepräsident Professor Thomas Bosch und der stellvertretende Vorsitzende des Universitätsrates der Universität Zhejiang, Zichen Chen, ihre Pläne einer strategischen Partnerschaft der Universitäten in einer Absichtserklärung. „Wir sind dabei, uns noch besser kennen zu lernen, um ein übergreifendes Konzept zu entwickeln, das Modellcharakter hat“, sagte Bosch bei der Unterzeichnung. Andreßen hob die Bedeutung der Wissenschaft für die regionale wirtschaftliche Entwicklung in beiden Ländern hervor.

Seit 1986 ist die Universität Zhejiang Partnerin der CAU. Bis zu sechs chinesische Wissenschaft­lerinnen und Wissenschaftler werden seither jährlich zu einjährigen Forschungs- und Fortbildungs­aufenthalten nach Kiel eingeladen. Im Gegenzug reisen Kieler Forschende nach Hangzhou, um Vorträge zu halten oder ihre Projekte voranzutreiben. Einen Schwerpunkt bildete dabei bislang die Medizin. Jährlich kommen Ärzte aus China nach Kiel, um während ihres Aufenthaltes zu promovieren. In Zukunft soll dieses Modell auch auf andere Bereiche wie zum Beispiel Meereswissenschaften, Wirtschafts­wissenschaften oder Rechtswissenschaften übertragen werden.

Regelmäßig studieren mit Hilfe des Programms außerdem Studierende und Graduierte der CAU für ein Jahr in Hangzhou. Während einer dreiwöchigen Sommerschule erhalten sie Einblicke in alle Facetten des heutigen China. Zur Teilnahme vergibt die Partneruniversität Teilstipendien. Im laufenden akademischen Jahr 2011/12 bietet die Zhejiang Universität erstmals fünf CAU-Graduierten (BA/MA) Stipendien an, um in Hangzhou an dem einjährigen englischen Masterstudiengang „China Studies“ teilzunehmen und einen Mastertitel zu erwerben.

„Wir blicken auf eine fruchtbare Zusammenarbeit über mehr als ein Vierteljahrhundert zurück“, sagte CAU-Präsident Professor Gerhard Fouquet beim Empfang der Delegation auf der Dachterrasse des Uni-Hochhauses. Er verwies auch auf den hohen Anteil an chinesischen Austauschstudierenden in Kiel. Zichen Chen sagte, basierend auf den bisherigen Erfahrungen wolle man die Kooperation auf Schwerpunkte wie Meereswissenschaften und Rechtswissenschaften ausbauen: „In vielen Bereichen ist die Universität Kiel international zum Vorbild geworden.“