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Kompetenzzentrum Nanosystemtechnik feierlich eröffnet

Millionenförderung für die Kieler Nanowissenschaften und Oberflächenforschung: Wirtschaftsminister Reinhard Meyer überreicht Professor Eckhard Quandt den Zuwendungsbescheid für das Kompetenzzentrum Nanosystemtechnik.
Foto/Copyright: Schimmelpfennig/CAU

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) baut ihr Nanolabor zu einem Kompetenzzentrum Nanosystemtechnik aus. Gefördert wird sie dabei mit knapp 1,3 Millionen Euro vom Land Schleswig-Holstein. In der neuen Serviceeinrichtung können Wissenschaft und Industrie intensiver zusammenarbeiten als zuvor, um beispielsweise neue Materialien herzustellen. CAU-Präsident Professor Gerhard Fouquet, Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und Professor Eckhard Quandt, Koordinator des Kompetenzzentrums, gaben dafür heute (11. November) den „Startschuss“ an der Technischen Fakultät.

In den fünf Jahren seit der Eröffnung des Kieler Nanolabors wurden in vielen drittmittelgeförderten Forschungsvorhaben wesentliche Grundlagen für neue Werkstoffe und Anwendungen als Sensoren oder Aktuatoren geschaffen. Zu den größten Erfolgen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die im Nanolabor arbeiten, zählt zum Beispiel die Entwicklung von Dünnschichtstents für die Neurologie, die zu einer Ausgründung geführt hat. Die winzigen Stützröhrchen können für die Behandlung krankhafter Gefäßveränderungen im Gehirn eingesetzt werden.

Zahlreiche weitere zukunftsweisende Projekte, die durch das Bundesforschungsministerium und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert werden, wären ohne das Kieler Nanolabor nicht denkbar. So auch der Sonderforschungsbereich 855 „Magnetoelektrische Verbundwerkstoffe – biomagnetische Schnittstellen der Zukunft“. Allein dort arbeiten über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Promovierende und Studierende an neuen Sensoren, die kleinste Magnetfelder messen können. Neue medizinische Untersuchungen, aber auch die gedankliche Steuerung von Prothesen sollen so perspektivisch erforscht werden.

Als Kompetenzzentrum soll das Labor nun die zentrale Anlaufstelle für schleswig-holsteinische Unternehmen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sein, die Projektideen in die Tat umsetzen wollen. Zwar war es schon vor dem Ausbau offen für die Wirtschaft, aber ohne festes Personal boten die 300 Quadratmeter Hochtechnologie noch nicht das ideale Umfeld für interessierte Firmen sowie wissenschaftliche Partnerinnen und Partner. Zwei Service- und zwei Projektstellen sollen das nun ändern. Sie übernehmen nicht nur die aufwendige Wartung der etwa 10 Millionen Euro teuren Instrumente: „Großes Know-how ist für den Betrieb des Kieler Nanolabors erforderlich. Unsere neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen dieses Wissen jetzt in Prozesse um, mit denen neue Projekte effizient verwirklicht werden können“, sagte Koordinator Quandt. Das hebe den Technologietransfer der Kieler Nanowissenschaften auf eine neue Qualitätsstufe.

Auch technisch kann das Nanolabor dank der zusätzlichen finanziellen Unterstützung noch einmal aufrüsten: Zu dem Paket gehört eine hochmoderne Beschichtungsanlage, mit der ultradünne Schichten hergestellt werden können. Ziel ist es, Materialsysteme mit völlig neuen Eigenschaften für die Medizintechnik und andere Anwendungsbereiche zu entwickeln.

„Dank der Förderung durch das Land kann unser Forschungsschwerpunkt Nanowissenschaften und Oberflächenforschung sein enormes Potenzial jetzt zum Wohle der wirtschaftlichen Entwicklung Schleswig-Holsteins konsequent weiter ausbauen und nutzen“, beschreibt CAU-Präsident Fouquet die erwartete Wirkung des neuen Kompetenzzentrums Nanosystemtechnik. „Denn es bietet jetzt nicht nur ideale Bedingungen für die Kieler Forschung und die Ausbildung von Studierenden, sondern ebenso für die Wirtschaft des Landes.“

„Die Nanotechnologie ist eines der großen Zukunftsthemen“, sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Meyer, „Wir erhoffen uns, dass möglichst viele heimische Unternehmen bei der Erkundung der Nanotechnologie von dem Kompetenzzentrum an die Hand genommen werden.“

Kontakt:

Prof. Dr.-Ing. Eckhard Quandt

Institut für Materialwissenschaft

Tel.: 0431/880 6200

E-Mail: eq@tf.uni-kiel.de