Kristin Alheit: Impfen = Minimaler Aufwand, maximaler Ertrag

Bei einer Masern-, Mumps- oder Rötelnerkrankung gibt es keine ursächliche Therapie. Masern sind bereits vor dem Auftreten des Ausschlages hoch ansteckend, nahezu jede ungeschützte Kontaktperson erkrankt. Als häufige Komplikation von Masern sind Bronchitis, Mittelohr- und Lungenentzündung bekannt, sehr selten kann es zu einer tödlichen Gehirnentzündung kommen. Röteln in der Schwangerschaft können zu schweren Fehlbildungen beim ungeborenen Kind führen. Dennoch sind in Deutschland noch immer Menschen – insbesondere auch junge Erwachsene – ungeschützt und gefährden damit sich und andere. In Schleswig-Holstein starten Beteiligte daher jetzt in einem Pilotprojekt Impfaktionstage an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).

„Eine Impfung bedeutet minimalen Aufwand bei maximalem Ertrag: Der kleine Pieks schützt wirkungsvoll und jahrelang die Gesundheit. Nicht nur die eigene, sondern auch die anderer Menschen, die sich selbst nicht impfen lassen können“, so Gesundheitsministerin Kristin Alheit heute (20.6.). An die Zielgruppe junger Erwachsener gerichtet betont die Ministerin: „Mit den Aktionstagen machen wir es Ihnen einfach: Die Mediziner kommen zu Ihnen. Nutzen Sie das Angebot und schützen Sie sich wirkungsvoll oder lassen Ihren Impfstatus überprüfen. Neben dem Eigenschutz leisten Sie damit auch einen verantwortungsvollen Beitrag zur Ausrottung von vermeidbaren Krankheiten.“

Masernerkrankungen treten bundesweit seit einigen Jahren zunehmend in der Altersgruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf. Auch in Schleswig-Holstein hatte es 2014 bereits ein Ausbruchsgeschehen im Kreis Segeberg gegeben. Ungeimpfte Jugendliche oder junge Erwachsene spielen als Überträger in Ausbruchssituationen eine bedeutende Rolle. Dies war unter anderem der Grund für folgende Anpassung der Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut im Jahr 2010: „Empfohlen wird die MasernMumsRöteln-Impfung auch für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit.“ Da junge Erwachsene häufig gesund sind und wenige Arztkontakte haben, ist die Umsetzung dieser Empfehlung eine Herausforderung.

Um den Impfschutz zu verbessern und die Gruppe junger Erwachsener gezielt zu erreichen, finden 2014 in dem Pilotprojekt erstmalig die Impfaktionstage an der CAU statt.

Zu dem Angebot gehört

• eine Impfberatung

• verbunden mit einem Impfangebot für Studierende für folgende Impfungen:

- Masern-Mumps-Röteln

- Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten

Studierende sollten ihre Krankenversichertenkarte mitbringen und – wenn vorhanden – ihren Impfausweis.

Im Rahmen der Impfkampagne des Landes Schleswig-Holstein sind folgende Kooperationspartner beteiligt:

- Gesundheitsministerium

- Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e.V.

- Amt für Gesundheit der Landeshauptstadt Kiel

- Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

- gesetzliche Krankenkassen in Schleswig-Holstein

Die Organisation und Durchführung erfolgen durch verschiedene Akteure der Impfkampagne Schleswig-Holstein. Federführend ist das Amt für Gesundheit der Landeshauptstadt Kiel, das von den Gesundheitsämtern der Hansestadt Lübeck und des Kreises Plön bei der praktischen Durchführung unterstütz wird. Weitere Aktionen sollen folgen.

Terminhinweis „Impfaktionstage CAU“

Zeit: 30.06.2014-02.07.2014, Mo, Di 10:00 -16:00, Mi 10:00-13:00

Ort: Räume im Audimax der CAU, Christian-Albrechts-Platz 2, Kiel

Allgemeine Info:

www.bzga.de, Stichwort z.B. „Masern“

Situation meldepflichtiger Erkrankungen in Schleswig-Holstein:

www.uni-kiel.de/infmed/ifsg/, Menüpunkt „Flush“