Kunstgeschichte im Nationalsozialismus

Fotografische Aufnahmen in Frankreich 1940/41, Gustav André mit seinem Mitarbeiter.
© Bildarchiv Foto MarburgFotografische Aufnahmen in Frankreich 1940/41, Gustav André mit seinem Mitarbeiter.

In der Universitätsbibliothek der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Leibnizstraße 9) ist die Wanderausstellung "Kunstgeschichte im Nationalsozialismus" in der Zeit vom 17. Februar bis 20. April zu sehen. Professor Ulrich Kuder vom Kunsthistorischen Institut, der die Ausstellung nach Kiel holte und mit Kieler Exponaten ergänzte, führt am 22. Februar ab 17:00 Uhr durch die Sammlung.

Die Ausstellung untersucht die Wechselwirkung staatlicher Wissenschaftspolitik und individueller Handlungsspielräume: Wie ist beispielsweise das Verhältnis von Anpassungsdruck und so genannter Selbstgleichschaltung von Forschung und Lehre? Sie fragt auch nach der Beziehung von Fachwissenschaft und Gesellschaft und dokumentiert Forschungstendenzen in Relation zum Selbstverständnis des Nationalsozialismus als Kulturträger: Inwiefern verändern sich die Forschungsinteressen der Disziplin mit Beginn des Zweiten Weltkrieges? Welche Brüche und Kontinuitäten im Übergang zur Nachkriegszeit lassen sich feststellen?

Die Themenpalette dieser Ausstellung ist breit gefasst: Es werden die Profile kunsthistorischer Institute und Seminare der Universitäten Bonn, Karlsruhe, Marburg, München, Tübingen und Kiel sowie deren Alltag und Lehrmethoden dargestellt. Gleichzeitig wird aufgezeigt, welchen Bestimmungen, Verordnungen, Gesetzen die kunsthistorischen Institute und Seminare unterlagen, welche Karrierestrategien verfolgt werden konnten und wie der Prozess der Entnazifizierung vor sich gegangen ist. Ein weiterer Teil der Ausstellung gibt einen Überblick über Popularisierungstendenzen in der Kunstgeschichte, Wissenschaft und Zensur, Medien und Kunstgeschichte, Ostforschung und Westforschung (insbesondere Kunsthistorische Forschungsstätte/Deutsches Institut Paris), Fotokampagnen des Preußischen Forschungsinstituts für Kunstgeschichte Marburg sowie über "Kunstschutz" und Militärverwaltung. Spannend ist auch die Stellung der Kunstgeschichte vor und nach der Zeit des Nationalsozialismus, dargestellt durch den Vergleich des Internationalen Kunsthistorikerkongresses in London 1939 und den Ersten Deutschen Kunsthistorikertag in Brühl 1948.

Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek:

  • Mo-Fr 9:00 bis 22:00 Uhr, Sa 9:00 bis 20:00 Uhr
  • Der Eintritt ist frei.

Kontakt: (ab 20.02.06)
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Kunsthistorisches Institut
Prof. Dr. Ulrich Kuder
0431/880-4630
Fax 0431/880-4628
E-Mail: kuder@email.uni-kiel.de