Kyoto und Kiel treiben Kooperation voran

Drei Männer und eine Frau stehen um einen Globus und halten die Hand drauf
© Jirka Niklas Menke, Uni KielHand drauf: (v.l.n.r) Dr. Avan Antia, ISOS, Professor Thomas Bosch, CAU-Vizepräsident, Professor Kiokazu Agata, Kyoto, und Konsul Tomio Sakamoto wollen die Beziehungen zwischen der japanischen Region Kobe und Schleswig-Holstein weiter stärken.

Vertreter aus Politik und Wissenschaft haben gestern Abend (30. September) im Zoologischen Museum die Bedeutung des Austauschs zwischen Japan und Schleswig-Holstein unterstrichen. Zu dem Festakt anlässlich des Besuchs einer japanischen Forschungsdelegation kam unter anderem der japanische Konsul Tomio Sakamoto nach Kiel. Seit vielen Jahren besteht auf Initiative der ehemaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidentin Heide Simonis die Kulturbrücke zwischen den beiden Ländern, seit 2010 die offizielle Kooperation zwischen den Universitäten Kiel und Kyoto.

Nachdem im vergangenen Jahr sechs Doktorandinnen und Doktoranden der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“ gemeinsam mit japanischen Kolleginnen und Kollegen spannende Feldforschung auf der japanischen Insel Yakushima erlebten, besucht noch bis zum morgigen Sonntag (2. Oktober) eine sechsköpfige japanische Nachwuchsgruppe die Landeshauptstadt. Auch angereist war Professor Kiokazu Agata von der Universität Kyoto, der den wissenschaftlichen Austausch mit seinem Kieler Kollegen Professor Thomas Bosch initiiert hat.

Für Bosch, Zoologe und CAU-Vizepräsident für Forschung und Internationalisierung, ist die Vernetzung der beiden Exzellenzstandorte Kiel und Kyoto ein entscheidender strategischer Schritt: „Forschung kennt heute keine Grenzen mehr. Wenn wir also künftig im weltweiten Konzert der Wissenschaft gehört werden wollen, brauchen wir starke Allianzen.“ Der Austausch des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“ sei in diesem Zusammenhang beispielgebend für eine gelungene internationale und interdisziplinäre universitäre Zusammenarbeit und eine in Kiel auf internationalem Niveau betriebene Promotionsausbildung.

Im Vorfeld des Festakts sagte Ex-Ministerpräsidentin Heide Simonis, die ihre Teilnahme an der Veranstaltung kurzfristig absagen musste, über die Frühphase der kulturellen Kooperation: „Die Schleswig-Holsteiner sind damals mit großem Vertrauen und viel Mut in eine Zusammenarbeit mit Japan eingetreten, obwohl sie nicht wissen konnten, inwieweit die Entfernung zwischen beiden Ländern die Kooperation erschweren würde. Dieser Mut ist belohnt worden, denn in der Zwischenzeit hat sich herausgestellt, dass Entfernung nichts bedeutet, wenn man mit Kopf und Herz bei der Sache ist."

Für die Integrated School of Ocean Sciences (ISOS) des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“, die den Austausch der Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler organisiert hat, beweist die erfolgreiche Kooperation: die Promotionsphase dient neben der profunden fachlichen Qualifizierung der Erweiterung des persönlichen Horizontes und der Persönlichkeitsentwicklung.