„Materials for Brain“: Graduiertenkolleg zur Erforschung neuer Behandlungsansätze bei Erkrankungen des Gehirns bewilligt

Die Projektleiterinnern und -leiter freuen sich über die Bewilligung des neuen GRK 2154 „Materials for Brain: Dünnschichtbasierte Funktionsmaterialien für die minimal-invasive Therapie von Erkrankungen des Gehirns“. Vordere Reihe, von links: Eckard Quandt, Olav Jansen, Christine Selhuber-Unkel, Ulrich Stephani, Franz Faupel.
Hintere Reihe, von links: Rainer Adelung, Janka Held-Feindt, Regine Willumeit-Römer, Peer Wulff, Kirsten Hattermann.
Foto/Copyright: Graduiertenkolleg Materials for Brain

Der Forschungsstandort Schleswig-Holstein ist erneut erfolgreich: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat jetzt das neue Kieler Graduiertenkolleg (GRK) 2154 „Materials for Brain: Dünnschichtbasierte Funktionsmaterialien für die minimal-invasive Therapie von Erkrankungen des Gehirns“ bewilligt. An der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) verbinden sich damit die Bereiche Medizin und Materialwissenschaft zukünftig noch stärker im Hinblick auf die Forschung und Doktorandenausbildung. Im neuen GRK sollen hochkomplexe Funktionsmaterialien erforscht werden, die als Neuroimplantate neuartige Behandlungsstrategien für chronische Gehirnerkrankungen aufzeigen können. Dafür erhält das GRK rund 4,1 Millionen Euro für viereinhalb Jahre. Beteiligt sind die Technische und die Medizinische Fakultät der CAU.

Patientinnen und Patienten mit Gehirnerkrankungen wie Epilepsie, Tumoren oder Gefäßkrankheiten werden größtenteils mit hochdosierten Medikamenten behandelt, die mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sind. Als Alternative können Neuroimplantate eine lokalisierte, individualisierte und niedrig dosierte Therapie ermöglichen. Diese Funktionsmaterialien müssen kompakt, biokompatibel, belastbar und sehr flexibel sein – also extrem komplexe Anforderungen erfüllen. Ihre Erforschung erfordert daher eine enge Vernetzung von medizinischer und materialwissenschaftlicher Expertise.

„In diesem interdisziplinären Graduiertenkolleg können wir unsere bisherige Spitzenforschung in den Bereichen Medizin und Materialwissenschaft noch stärker verbinden. Damit bieten wir am Standort Kiel beste Voraussetzungen für die Ausbildung von hochqualifizierten Nachwuchskräften für Zukunftsgebiete der Medizin. Ich gratuliere allen Beteiligten herzlich!“, kommentiert ein begeisterter CAU-Präsident Professor Lutz Kipp den Erfolg.

Zentrale Aspekte der Promotionsausbildung im GRK „Materials for Brain“ sind Interdisziplinarität und Internationalität. Die Promovierenden werden jeweils von Mitgliedern beider Fakultäten betreut, besuchen gemeinsame Seminare und nehmen an fächerübergreifenden Coaching-Programmen teil. Außerdem soll das strukturierte Forschungs- und Qualifizierungsprogramm als Plattform des internationalen Austauschs dienen. Dazu tragen unter anderem die internationale Ausschreibung der Doktorandinnen- und Doktorandenstellen, ein obligatorischer Auslandsaufenthalt und die Organisation eines internationalen Symposiums bei.

„National und international wird es einen erheblich steigenden Bedarf an spezifisch ausgebildeten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern geben, die komplexe medizinisch-materialwissenschaftliche Forschungsaufgaben erledigen“, sagt Christine Selhuber-Unkel, Sprecherin des Graduiertenkollegs und Professorin für Biokompatible Nanomaterialien an der CAU. „Diese interdisziplinären Fachleute wollen wir in unserem Graduiertenkolleg ausbilden. Dabei legen wir großen Wert auf eine hohe fachliche Qualifikation, schon bei der Auswahl der Doktorandinnen und Doktoranden.“

Kontakt:

Prof. Dr. Christine Selhuber-Unkel

Sprecherin Graduiertenkolleg “Materials for Brain“

Institut für Materialwissenschaft

Biokompatible Nanomaterialien

Tel.: +49 431 880 6198

E-Mail: cse@tf.uni-kiel.de