Metallherstellung in der Bronzezeit untersuchen

Forscher auf einer Grabungsstelle
© Jutta Kneisel, Uni KielGraben im Feuchtboden; schichtenweise arbeiten sich die Forscher in die Tiefe vor und legen dabei die Befunde frei.
Grabungsareal
© Jutta Kneisel, Uni KielGrabungsareal während der Forschungsgrabung in Bruszczewo im Sommer 2005.

Am 23. und 24. Februar unterzeichnet Professor Johannes Müller für die Kieler Universität einen Vertrag mit der Universität Posen und dem Nationalmuseum Posen. Es geht um Ausgrabungen in Bruszczewo bei Posen, einer Metallhandwerkersiedlung aus der Frühbronzezeit (1888 bis 1814 v. Chr.). In der Nähe der Siedlung wurde ein großer Grabhügel, Leki Male, gefunden, ähnlich große Grabstätten aus dieser Zeit sind in Europa äußerst selten.

Gemeinsam werden der Kieler Prähistoriker Müller, Wissenschaftler der Adam-Mickiewicz-Universität Posen und das dortige Nationalmuseum (Muzeum Narodowe w Poznaniu) ab 2007 das Großgrab erforschen. Die Wissenschaftler versprechen sich Aufschlüsse über "internationale Kontakte zu Beginn des 2. vorchristlichen Jahrtausends und die Umsetzung innovativer Prozesse im regionalen Rahmen, beispielsweise die Ausbreitung der damals neuen Herstellung und Verarbeitung von Bronze". Eine gemeinsame Grabung an diesem für Mitteleuropa so wichtigen Denkmal sei im Rahmen des internationalen Projektes ein Aspekt der gutnachbarschaftlichen Völkerverständigung, so der Kieler Wissenschaftler.

Die Vertragsunterzeichnung mit der Posener Universität findet im Rahmen der "Kieler Tage in Posen" statt, die noch bis 25. Februar laufen. Gemeinsam mit Professor Janusz Czebreszuk wird Müller dort das Projekt Bruszczewo vorstellen.

Nach der Rückkehr, am 28. Februar, laden wir die Kollegen von den Medien um 14:30 Uhr zu einem Pressegespräch (Ort: Institut für Ur- und Frühgeschichte, Johanna-Mestorf-Str. 2-6; Raum 42). Hier wird Professor Müller von den ersten Ortsterminen beim Großgrab Leki Male berichten, die bereits kommendes Wochenende, direkt nach der Unterzeichnung des Vertrages, stattfinden. Darüber hinaus informiert das Institut über das im nordmitteleuropäischen Raum einmalige Grabungsprojekt zur Erforschung einer frühbronzezeitlichen Zentralsiedlung.