Molekularbiologie und Oberflächenforschung forciert

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel bereitet die Einrichtung eines Kompetenzzentrums molekulare Biowissenschaften vor. Dieses Zentrum schafft Laborkapazitäten für Wissenschaftler aus den Bereichen Medizin, Pflanzenzucht, Mikrobiologie und Genetik und kann durch die zentrale Struktur eine apparative Hochleistungsausstattung bieten, die in Norddeutschland einmalig ist. Auch für Firmen, die molekularbiologische Untersuchungen benötigen, steht das Kompetenzzentrum als Dienstleister zur Verfügung.

Das Laborgebäude soll auf dem Hagenuk-Gelände entstehen. Die Landesregierung hat für die Förderung der Biowissenschaften an der Kieler Universität in den nächsten drei Jahren insgesamt 4,5 Mio. Euro bereitgestellt. Davon können Gebäude und Ausstattung finanziert werden. Das im Jahr 2000 in den Biologischen Instituten eröffnete Zentrum für Biochemie und Molekularbiologie (ZBM) geht in dem Kompetenzzentrum auf.

Die Zusammenführung der Kompetenz im Bereich Biowissenschaften und Molekularbiologie an der Kieler Universität geht auf einen Vorschlag der Erichsen-Kommission zurück und lässt den Willen erkennen, die auf diesem Feld in den vergangenen Jahren geleistete Aufbauarbeit zu stabilisieren und auf eine neue Qualitätsstufe zu heben.

Molekulare Biowissenschaften sind einer der Schwerpunkte, den die CAU und das Ministerium in ihren Zielvereinbarungen festgelegt haben. Darüber hinaus wurde die gezielte Stärkung von Forschungsschwerpunkten im Bereich der Meeresforschung und Geowissenschaften, der Oberflächen- und Materialforschung, der Wirtschaftswissenschaften, in der medizinischen Forschung und den interdisziplinären Kulturwissenschaften verabredet.

Der akademische Senat der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hatte Mitte Oktober den Zielvereinbarungen und dem Hochschulvertrag zugestimmt. Der nächste Schritt ist die Unterzeichnung der beiden Abkommen durch die Ministerin und den CAU-Rektor.

Gegenstand des Hochschulvertrages ist insbesondere die vollständige Erstattung der Mehrbelastung, welche der Universität aus Tarif- und Besoldungssteigerungen erwächst. Auch wurde von der Landesregierung zugesagt, alle durch die derzeit laufenden Umstrukturierungsmaßnahmen bei den Schleswig-Holsteinischen Hochschulen freigesetzten Finanzmittel im Hochschulsystem zu belassen.

Auch der Abschluss von Hochschulverträgen und Zielvereinbarungen war von der Erichsen-Kommission empfohlen worden. Hochschulvertrag und Zielvereinbarungen bilden eine Art "Paket". Die beiden Abkommen hängen voneinander ab und können nur gemeinsam funktionieren.