Nachwuchsforschergruppe für gesündere Nutztiere

Zwei Forscherinnen im Labor
© Jürgen Haacks, CAUImke Gerjets (links) und Nicole Kemper vor dem Schüttelinkubator, in dem die Bakterienbouillons bei 37° C bebrütet werden.
Ferkel die bei der Muttersau säugen
© PIC Deutschland GmbHFür die optimale Entwicklung der Ferkel ist die Milchversorgung entscheidend.
Bakterienprobe in einer Petrischale
© Jürgen Haacks, CAUBakterienkultur auf Blutagar (Enterobacter spp.).

Eine neue Nachwuchsforschergruppe am Institut für Tierzucht und Tierhaltung der Kieler Universität beschäftigt sich mit der Gesäugeentzündung bei Schweinen. Jahr für Jahr erleiden die Zuchtbetriebe hohe Ferkelverluste, die nicht unwesentlich auf Entzündungen der Zitzen (Mastitis) bei der Muttersau und die damit verbundene Unterversorgung der Ferkel mit Milch zurückzuführen sind.

Im Rahmen eines FUGATO-plus Projektes, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit mehr als 990.000 Euro gefördert wird, kann die Arbeitsgruppe unter der Leitung von Dr. Nicole Kemper der Problematik auf den Grund gehen. Die Förderung läuft über fünf Jahre und beinhaltet drei Mitarbeiterstellen, die dieser Tage ausgeschrieben werden.

Das Krankheitsbild, tiermedizinisch als Mastitis-Metritis-Agalaktie-Komplex (MMA) bezeichnet, wurde bisher vor allem mit den Haltungsbedingungen der Tiere in Verbindung gebracht. Neuere Kenntnisse deuten aber auch auf die Beteiligung verschiedener Erregerarten und auf eine genetisch bedingte Empfänglichkeit der Wirtstiere hin. Dr. Kemper wird sich daher zunächst mit den beteiligten Keimen, die mit der Entzündung in Verbindung stehen, beschäftigen. Im Anschluss daran nimmt sich die Forschergruppe DNA-Analysen bei erkrankten und nicht erkrankten Tieren vor, um über einen Vergleich der DNA-Muster die für die Krankheit verantwortlichen Gene zu entdecken. Auch Genvarianten, die erregerspezifische Resistenzen bedingen, sind hochinteressant, könnten sie doch züchterisch bei der Selektion genutzt werden.

Dr. Georg Thaller, Professor für Tierzucht an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), betont den Stellenwert des Forschungsvorhabens: "Die junge Wissenschaftlergruppe um Dr. Nicole Kemper begeht neue methodische Wege und ihre Ansätze haben das Potential, die Gesundheit der Schweine stark zu verbessern und dadurch auch nachhaltig zur höheren Wirtschaftlichkeit beizutragen."

Als Kooperationspartner der Nachwuchsforschergruppe fungieren das Schweinezuchtunternehmen PIC Deutschland GmbH in Schleswig, das Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen an der Freien Universität Berlin sowie das Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere in Dummerstorf.

Drei Fotos stehen zum Download bereit:
www.uni-kiel.de/download/pm/2007/2007-092-1.jpg
Imke Gerjets (links) und Nicole Kemper vor dem Schüttelinkubator, in dem die Bakterienbouillons bei 37° C bebrütet werden.
Copyright: CAU, Foto: Jürgen Haacks

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Für die optimale Entwicklung der Ferkel ist die Milchversorgung entscheidend.
Copyright: PIC Deutschland GmbH

www.uni-kiel.de/download/pm/2007/2007-092-3.jpg
Bakterienkultur auf Blutagar (Enterobacter spp.).
Copyright: CAU, Foto: Jürgen Haacks

Kontakt:
Nachwuchsforschergruppe geMMA
Dr. Nicole Kemper
0431/880-4533
nkemper@tierzucht.uni-kiel.de