Natur zum Anschauen

Bildunterschrift: Das Zoologische Museum der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel beging den 130. Geburtstag des von Martin Gropius und Heino Schmieden entworfenen Gebäudes.
Quelle: Gropius und Schmieden

Am 31. Juli 1881 öffnete das von Martin Gropius erschaffene Gebäude des Zoologischen Museums der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach zweijähriger Bauzeit seine Pforten. Gestern, 31. Juli, beging die CAU das 130. Jubiläum des Prachtbaus mit Festvorträgen und Michael Adamskas Aufruf zur Gründung der Karl-August-Möbius-Gesellschaft e.V.

„Das Zoologische Museum der Kieler Universität ist Zeuge einer bewegten Geschichte. Hier beschrieb der dänische Zoologe Fabricius seine ersten Insekten. Karl August Möbius begründete hier die Meeresforschung. Und es ist das erste Schaumuseum, das die Wissenschaft für eine breite Öffentlichkeit zugänglich machte“, sagte CAU-Vizepräsident Professor Thomas Bosch während der Feierlichkeiten.

„Das Museum soll Natur zum Anschauen bieten und zum aufmerksamen Betrachten verführen“, ergänzte Museumsleiter Dr. Wolfgang Dreyer. „Wichtig dabei ist, die Präsentationsflächen nicht zu überladen und die Tiere einzeln wirken zu lassen. Jede der über fünfzig Vitrinen bietet deshalb vier Blickwinkel auf die Exponate, die durch das Tageslicht der Ausstellungshalle erst richtig zur Geltung kommen.“

Mit dieser Bauweise revolutionierten die Berliner Architekten Martin Gropius und Heino Schmieden die Ausstellung von Sammlungen im 19. Jahrhundert. War es bis dahin üblich, geschlossene wissenschaftliche Archive anzulegen, wünschte sich der Kieler Zoologieprofessor Karl August Möbius einen Zugang für die Öffentlichkeit. Dies gelang Gropius und Schmieden mit einer lichtdurchfluteten Ausstellungshalle, die von Galerien mit Glasschränken umgeben ist – damit schneiderten die Architekten dem Zoologischen Museum ein einzigartiges Gebäude auf den Leib. Die Kieler Zeitung vom 31. Juli 1881 zitierte den begeisterten Möbius zur Eröffnung des Museums: „Das Haus sei dem Studium und der Erweiterung einer Wissenschaft gewidmet, die nicht bloß aus Büchern gelernt werden könne. Es sei die Anschauung der natürlichen Gegenstände erforderlich und so bedürfe die Lehre der Zoologie eines Museums, welches in zeitgemäßer Weise eingerichtet sei und alles umfasse was der gegenwärtige Stand der Wissenschaft erfordere.“

Dr. Michael Adamska, Vorstand der Investitionsbank Schleswig-Holstein: „Damit wir den hohen Qualitätsstandard des Museums auch für morgen erhalten, braucht es Unterstützung. Daher möchte ich mich für die Gründung der Karl-August-Möbius-Gesellschaft e.V. als Förderverein für das Zoologische Museum einsetzen. Die Aufgaben des Vereins werden sein, das Museum in allen Belangen zu unterstützen und das Verständnis für die Bedeutung der zoologischen Wissenschaft, insbesondere in den Bereichen Evolution und Meeresforschung, zu fördern.“