Neue Labors für die Pharmazie der Kieler Uni

Etwa 8,5 Mio. Euro kostet die Sanierung, die im Pharmazeutischen Institut der Universität Kiel angelaufen ist. Am wichtigsten dabei: der Umbau der Labors, die mit ihrer neuen Ausstattung das Fach Pharmazie in Kiel noch weiter international konkurrenzfähig machen.

Durch den Aufbau von Isotopenlabors kann zukünftig auch mit radioaktiven Verbindungen gearbeitet werden. So wird für den Bereich der Pharmazeutischen Chemie die Weiterentwicklung von der Reagenzglasanalytik über die Instrumentelle Analytik bis hin zum Zellexperiment vorangetrieben. Während der Bauzeit wurden vorübergehend Labor- und Büroräume in der Nachbarschaft angemietet. Die komplette Fertigstellung ist für 2005 geplant.

Für Studierende wird die Kieler Pharmazie im Ranking des Stern vom April 2003 besonders empfohlen. Die Kieler Universität ist in diesem Fach einer der drei Uni-Tipps für "Zielstrebige". Mit 9 Semestern ist die durchschnittliche Studiendauer besonders niedrig. Als besondere Profilierungsmöglichkeit bietet das Pharmazeutische Institut in Kiel neben dem Staatsexamen den Abschluss Diplom-Pharmazeut an. Dieser Abschluss ist nur an ganz wenigen deutschen Hochschulen möglich und dient als zusätzliche Qualifikation oder Anreiz für eine Promotion.

Studienanfänger für das Fach Pharmazie müssen sich nach wie vor über die Zentralstelle für Studienplatzvergabe (ZVS) in Dortmund bewerben. Bewerbungsschluss für das Sommersemester 04 ist der 15. Januar 04.

Professor Bernd Clement, einer der Lehrstuhlinhaber für Pharmazeutische Chemie,

hatte im Rahmen von Bleibeverhandlungen erwirken können, dass der seit längerem geplante Umbau der Gebäude rasch in die Tat umgesetzt wurde. "Mit dem Baubeginn können wir nun endlich Bedingungen schaffen, die uns in Forschung und Lehre im internationalen Vergleich noch konkurrenzfähiger machen", so Clement.

Clement arbeitet an Prodrugs. Darunter versteht man chemische Abwandlungen von Wirkstoffen, die zum Beispiel eine bessere Aufnahme der Verbindungen aus dem Darm in das Blut herbeiführen. So können Wirkstoffe auch in Form von Tabletten oder Dragees dem Körper zugeführt werden. In der Leber werden dann die abgewandelten Wirkstoffe wieder in die eigentlichen Wirkformen umgewandelt. Hier sind mehrere Arzneistoffkandidaten in Kiel mitentwickelt worden, ein Arzneimittel steht kurz vor der Zulassung. Der darin enthaltene Wirkstoff ist so umgewandelt worden, dass durch die Einnahme von Tabletten Thrombosen vorgebeugt werden kann.

Kontakt:
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Pharmazeutisches Institut
Prof. Dr. Bernd Clement
0431/880-1131
bclement@pharmazie.uni-kiel.de