Neue Stiftung an der Universität Kiel

Gestern verabschiedete der Senat der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel die Einrichtung der Ralph Norwid Schindler Stiftung. Sie führt den Namen des langjährigen Direktors des Physikalisch-Chemischen Instituts und emeritierten Professors für Physikalische Chemie an der Uni Kiel. Die neue Stiftung hat den Zweck, die physikalische Chemie an der Universität verstärkt zu verankern und Wissenschaft und Forschung in diesem Bereich zu fördern.

Die Stiftung verleiht zukünftig jährlich drei "Familie Schindler" Förderpreise für ausgezeichnete Doktorarbeiten aus dem Gebiet der Physikalischen Chemie sowie anderen Bereichen der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät (dotiert: je bis zu 1.000 Euro). Die Ralph Norwid Schindler Stiftung unterstützt durch die Erträge eines Vermögens von 200.000 Euro die Ausbildung und Forschungen auf dem Gebiet der Physikalischen Chemie durch Zuwendungen an die Forschungsgruppen des Institutes. Zudem werden aus den Erträgen eines Vermögens von 25.000 Euro Vortragsveranstaltungen an der Universität gefördert, die sich mit Antioxidantien und physikalisch-chemischen Fragen im weitesten Sinne befassen.

Rektor Prof. Dr. Reinhard Demuth erklärt: "Es ist phantastisch, wie sich hier ein emeritierter Professor für die Universität einsetzt. Ein Beispiel, von dem ich hoffe, dass es Schule macht."

Bereits 1998 wurde die Dr. Gisela Schindler-Stiftung ins Leben gerufen. Die im selben Jahr verstorbene Ehefrau Schindlers arbeitete als Kinderärztin. Die Dr. Gisela Schindler-Stiftung fördert Vortragsveranstaltungen aus dem Bereich der Naturwissenschaften und Medizin, so z.B. eine Ringvorlesung "Facetten des Alterns" und im vergangenen Sommersemester die Ringvorlesung "Spurenstoffe in der belebten Welt".

Biographische Angaben zum Stifter Prof. Dr. Ralph Norwid Schindler

Ralph Norwid Schindler wurde 1931 in Lodz (Polen) geboren. Er studierte Chemie in Bamberg, Hamburg und Freiburg/Br. Seine Dissertation schloss er 1959 ab.

Zwischen 1959 und 1967 arbeitete Schindler am Institut für Physikalische Chemie in Freiburg, an der University of Wisconsin (USA), am Mellon Institute in Pittsburgh (USA), am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim-Ruhr und am Institut für Physikalische Chemie der Universität Bonn. 1967 wurde er Leiter der Abteilung Strahlenchemie am Institut für Physikalische Chemie der KFA Jülich GmbH.

1968 habilitierte sich Schindler, 1970 wurde er zum außerplanmäßigen Professor an der Universität Bonn ernannt. 1973 wurde er auf den Lehrstuhl für Physikalische Chemie an der neu gegründeten Gesamthochschule Essen berufen, daneben war er Gastwissenschaftler in Jülich.

Von 1976 bis zu seiner Emeritierung 1996 war er Professor für Physikalische Chemie an der Universität Kiel. Im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeiten standen insbesondere Fragen der Atmosphärischen Chemie.