Neues Institutsgebäude für die Anorganische Chemie eingeweiht

Neubau der Anorganischen Chemie.
© Uni Kiel, Foto: PauschDurch den Rotstein fügt sich der Neubau der Anorganischen Chemie in die Umgebung auf dem Universitätsgelände ein.
Arbeitstisch der Chemiker.
© GMSH, Foto: TrespaMit der so genannten Medienampel über dem Arbeitstisch können die Chemiker die Zufuhr von Gasen, Wasser, Druckluft und Strom im Labor steuern, an Gelenkarmen sind bewegliche Abzugshauben installiert.

Nach zweieinhalb Jahren des Bauens können die Studierenden, Wissenschaftler und Mitarbeiter des Instituts für Anorganische Chemie der Christian-Albrechts-Universität (CAU) jetzt den Neubau in der Max-Eyth-Strasse 2 beziehen: Heute (14. April) weihten der Rektor der Kieler Uni, Professor Thomas Bauer, und der Direktor des Instituts, Professor Norbert Stock, gemeinsam mit Dietrich Austermann, Minister für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr, das Labor- und Verwaltungsgebäude offiziell ein.

Nach den Worten von Austermann ist die Anorganische Chemie durch den Neubau auf dem derzeit modernsten Stand. "Insgesamt investieren wir in drei Institute 37,5 Millionen Euro – und das in einer Zeit, in der die Mittel für den Hochschulbau deutlich zurückgegangen sind. Aber das Geld ist gut angelegt", sagte der Minister mit Blick auf die zentrale Rolle der Chemie als so genannte Querschnittwissenschaft. Ohne die Chemie seien die großen Probleme unserer Zeit nicht zu lösen. Austermann: "Ob bei der Energieversorgung der Zukunft, der Materialwissenschaft oder der Biotechnologie – überall sind Chemiker dabei und haben wichtige Schlüssel in der Hand." Die wirtschaftliche Relevanz der Chemie zeige sich auch in der chemischen Industrie selbst. Sie sei in Schleswig-Holstein die drittgrößte Industriebranche, zähle 44 Unternehmen und beschäftige rund 5.700 Menschen.

"Die Bündelung der Chemie-Institute und ihre Modernisierung ist für Forschung und Lehre existenziell wichtig", sagte Bauer. "Endlich sind fast alle Einrichtungen der Chemie in unmittelbarer Nähe zueinander untergebracht – gemeinsame Projekte können davon nur profitieren", so der Rektor weiter.

Da der Neubau auf einem Grundstück liegt, das denkmalpflegerisch interessant ist, passt es sich durch seine Gestaltung in die vorhandene Umgebung ein: Drei Stockwerke aus Rotstein bieten Platz für neue Labore, Mitarbeiterbüros, Sitzungszimmer, Sozial- und Archivräume. Auf das Gebäude wurde eine Stahlkonstruktion aufgesetzt, die auf zwei weiteren Ebenen die Technikzentrale beherbergt.

Insgesamt sind die rund 1.700 m² Nutzfläche auf fünf Stockwerken ein weiterer Schritt des Konzepts "Chemie 2000+", das zum Ziel hat, die Bedingungen für Forschung und Lehre an den Chemischen Instituten der CAU zu verbessern. Nachdem 1997 als erstes Objekt ein Laborgebäude der Anorganischen Chemie für die Studierenden eingerichtet wurde, fand in 2005 die Fertigstellung des sanierten Otto Diels-Institut für Organische Chemie statt. Momentan läuft die Grundsanierung des großen Hörsaalgebäudes und Ende 2008 ist der Baubeginn für das Gebäude der Physikalischen Chemie geplant.

Die gesamten Baumaßnahmen wurde unter der Leitung der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH) durchgeführt.