Pankreas-Tumor-Konsortium startet in Kiel

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat fünf Projekte im Rahmen eines so genannten Paketantrags mit dem Titel Pankreas-Tumor-Konsortium Kiel/Pancreatic Cancer Consortium-Kiel (PCC-Kiel) zur Förderung in Höhe von 1,75 Millionen Euro zunächst für die kommenden drei Jahre bewilligt. Die Förderung des neu gegründeten Konsortiums PCC-Kiel bestätigt "eine langjährige Forschungsexpertise sowie eine intensive Zusammenarbeit Kieler Forscher in der Pankreastumorforschung und Immunologie", so das Gutachten der DFG.

"Ziel des Konsortiums ist es, die Mechanismen, die zur Entstehung des Pankreaskarzinoms führen, besser zu verstehen und neue Behandlungsmethoden zu entwickeln", sagt Professor Dr. Dietrich Kabelitz, Direktor des Institutes für Immunologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Das Pankreaskarzinom gehört zu den Tumoren mit der schlechtesten Prognose für die betroffenen Patienten. Ursache der hohen Sterblichkeitsrate dieser Erkrankung ist, dass dieser Tumor zumeist erst in einem späten Stadium erkannt wird und gängige Krebstherapien selten wirken, weil der Krebs starke Abwehrmechanismen beispielsweise gegen Medikamente und Bestrahlungen entwickelt.

"Besonderes Augenmerk des PCC-Kiel liegt auf der Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Tumorzellen und den umgebenden Bindegewebszellen sowie den Zellen des Immunsystems. Die daraus gewonnen Erkenntnisse stellen die Grundlage für die Entwicklung neuartiger Therapiestrategien dar, die mittelfristig den Weg in die klinische Anwendung finden sollen", sagt Professor Dr. Holger Kalthoff, Leiter der Sektion für Molekulare Onkologie des Instituts für experimentelle Tumorforschung im Krebszentrum-Nord, UK S-H Campus Kiel. Er bekräftigt den gerade für Bauchspeicheldrüsenkrebs wichtigen Zusammenhang von Entzündungen und bösartiger Entwicklung, ein Forschungsgebiet, das von der neu berufenen Professorin Dr. Susanne Sebens, Institut für Experimentelle Medizin der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, im Exzellencluster Entzündung an Grenzflächen am Kieler Campus intensiv bearbeitet wird.

Die Gutachterkommission der DFG bestätigte: "(…) dass das Thema des Antrags hochrelevant sei und dringend einer interdisziplinären Bearbeitung bedürfe. Kiel stelle hierfür ein sehr gutes Umfeld dar und könne hervorragende Arbeitsgruppen präsentieren, die auf dem Gebiet der Pankreastumorforschung und Immunologie sehr ausgewiesen seien."

Das PCC-Kiel, gemeinsam koordiniert durch die vorstehend genannten Professoren des UK S-H und der Universität Kiel, umfasst neben den drei entsprechenden Forschungsinstituten auch Projektgruppen der Klinik für Innere Medizin I und der Klinik für Allgemeine Chirurgie und Thoraxchirurgie. Um die fachübergreifende Arbeit weiter auszubauen, setzt sich das PCC-Kiel als Ziel, nicht nur weitere lokale Arbeitsgruppen zu integrieren, sondern wird auch der Empfehlung der DFG folgen, "(…) sich mit anderen Gruppen in Deutschland (...) zusammenzufinden, um die Forschung der Pankreastumorbiologie über die Grenzen von Kiel hinweg in Deutschland noch besser zu strukturieren und zu koordinieren."

Für Rückfragen steht zur Verfügung:

Prof. Dr. rer. nat. Holger Kalthoff

Sektion für Molekulare Onkologie

Institut für Experimentelle Tumorforschung

Krebszentrum Nord – CCC

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D 24105 Kiel

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