Patente Agentur

Wissenschaftliche Innovationen aus Schleswig-Holstein bekommen die Pflege, die sich ihre Beteiligten – Erfinder, Hochschulen und Unternehmen – wünschen: Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Firma Kienbaum, die die 21 deutschen Patent- und Verwertungsagenturen im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) beurteilt hat. Die Patent- und Verwertungsagentur für die wissenschaftlichen Einrichtungen in Schleswig-Holstein GmbH (PVA SH) landet dabei auf Platz 4 aller bestehenden und Platz 1 der seit 2002 neu gegründeten Agenturen. Dieses von allen Hochschulen und zwei wissenschaftlichen Einrichtungen des Landes getragene und vom BMBF geförderte Projekt wird von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) geleitet.

In der Kundenbefragung zeigt sich, dass die nördlichste PVA im Punkt Akquise und Kontaktanbahnung sogar Spitzenreiter ist. "Unser Erfolgskonzept beruht darauf, dass die PVA bei den Wissenschaftlern nicht nur bekannt ist, sondern ein hohes Ansehen genießt und das hauptsächlich, weil die Kontakte auf persönlicher Ebene gepflegt werden", erklärt Dr. Heino Steentoft, Projektleiter an der CAU. Die vier so genannten Patentscouts – promovierte Wissenschaftler aus unterschiedlichen Forschungsbereichen – besuchen alle forschungsintensiven Institute vor Ort, lassen sich die Entwicklungen erklären und beraten sie, wo Potenzial für Patente ist.

Die PVA SH hat vor vier Jahren ihre Arbeit aufgenommen und ist damit die jüngste in Deutschland. Ihre Aufgabe ist es, exklusiv Hochschulerfindungen aus der wissenschaftlichen Arbeit zu erkennen, ihre Verwertbarkeit zu prüfen, Patente anzumelden und diese zur Vermarktung bringen. Die Erfindungen kommen aus allen Hochschulen des Landes, dem Medizinischen Laserzentrum Lübeck und dem Leibniz-Institut für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR. 350 Erfindungen, davon mehr als 125 schutzrechtlich gesichert und 26 mit entsprechenden Verträgen als Lizenzen, als Grundlage für Firmengründungen oder durch Verkauf verwertet – das ist die Bilanz der PVA SH für die vergangenen vier Jahre. Der Geschäftsführer, Professor Ehrhard Pfeil, verhandelt derzeit für rund 30 weitere Schutzrechte Lizenzvereinbarungen mit regionalen und internationalen Unternehmen.

Für die bundesweite Kienbaum-Studie wurden knapp 700 Fragebögen ausgewertet, die von Hochschulen, Erfindern und Verwertungspartnern – also den "Kunden" der Patent- und Verwertungsagenturen – ausgefüllt wurden. Sie bewerteten unter anderem die Zufriedenheit mit den PVA und ihren Leistungen, die Zusammenarbeit in überregionalen Netzwerken, das Know-How und den Mehrwert.

Kontakt:
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Projektleiter PVA
Dr. Heino Steentoft
0431/880-1722
Fax: 0431/880-1560
hsteentoft@uv.uni-kiel.de