Ruhe für die Universitäten – ein Neujahrswunsch

"Lasst die Universitäten endlich in Ruhe" – das forderte beim heutigen Jahresempfang der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel ihr Prorektor, Professor Thomas Bauer. In seiner Rede vor den rund 380 Gästen in der Antikensammlung in der Kunsthalle zu Kiel plädierte er für mehr Raum für kreative wissenschaftliche Leistungen und weniger Vorschriften von Politik und Gesellschaft.

Die Studienreform mit ihrer Umstellung auf Bachelor und Master, die Evaluationen der einzelnen Fächer, die Hochschulrankings und die Universitätsstrukturreformen des Landes Schleswig-Holstein – all das seien Hindernisse, die Universitätsprofessoren heute von ihrer eigentlichen Aufgabe abhalten, so Bauer. Man dürfe das eigentliche Ziel nicht aus den Augen verlieren, nämlich die akademische Ausbildung von Fachleuten und die wissenschaftliche Arbeit.

Professor Jörn Eckert, der Rektor der Kieler Universität, konnte die Gäste nicht selber begrüßen, weil er schwer erkrankt ist. Die beiden amtierenden Prorektoren, Professor Thomas Bauer und Professor Gerhard Fouquet, haben vertretungsweise die Leitung der Hochschule übernommen. Ohnehin wurden und werden an der Kieler Universität wichtige Entscheidungen gemeinsam im Rektorat getroffen, dem außer Rektor und Prorektoren auch der Kanzler, Oliver Herrmann, angehört.

Einmal im Jahr lädt die Kieler Universität Vertreterinnen und Vertreter aus Hochschulen, Kultur, Politik, Wirtschaft und Verwaltung sowie der gesellschaftlichen Gruppen, der Medien und des öffentlichen Lebens zu ihrem Jahresempfang. Neben dem Wissenschaftsminister Dietrich Austermann hatten sich in diesem Jahr auch Kiels Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz, Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave und die Rektoren der Universitäten Lübeck und Flensburg angesagt.