Rund 300 Fachleute diskutieren über poröse Materialien

Im Audimax der Uni Kiel hielt Professor Russell Morris von der University of St. Andrews, UK, den ersten Fachvortrag.
Foto: Siekmann / CAU

Poröse Materialien wie Zeolithe spielen in der chemischen Industrie eine große Rolle. In die Poren ihrer Gerüststruktur können sie Moleküle aufnehmen, mit ihnen wechselwirken und sie wieder abgeben. Durch ihre besonderen Eigenschaften kommen diese Materialien zum Beispiel bei chemischen Katalyseprozessen zum Einsatz und sind interessant für Verfahren zur effizienten Wärmenutzung, in der Erd- und Biogasaufbereitung oder bei der Freisetzung von Medikamenten. Einen Bogen von der Grundlagenforschung bis hin zu industriellen Prozessen schlägt die 30. Deutsche Zeolith-Tagung, die heute (Mittwoch, 28. Februar) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) beginnt. Drei Tage lang diskutieren rund 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus universitärer und industrieller Forschung über die Herstellung, Modifizierung und Anwendung poröser Materialien. In diesem Jahr wird die Tagung der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (DECHEMA e.V.) vom Institut für Anorganische Chemie der Universität Kiel ausgerichtet.

Die jährlich stattfindende Tagung hat sich zu einer der bundesweit wichtigsten Plattformen über poröse Materialien entwickelt, insbesondere für den Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie. In ihrer Begrüßung betonte CAU-Vizepräsidentin Professorin Ilka Parchmann die Bedeutung solcher Kooperationen. Für wirkliche Innovationen brauche es sowohl starke Disziplinen als auch eine interdisziplinäre Forschung. „Wir freuen uns, bereits zum zweiten Mal Zeolith-Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland und dem Ausland bei uns willkommen zu heißen – insbesondere, weil poröse Materialien seit vielen Jahren einen Schwerpunkt in Kiel bilden“, sagt Professor Norbert Stock, Direktor des Instituts für Anorganische Chemie und Mitorganisator der Tagung. Im Fokus seiner Arbeitsgruppe stehen metall-organische Gerüstverbindungen (metal organic frameworks, MOFs), zurzeit vor allem ihr Einsatz in energieeffizienten Kälteanlagen.

In 48 Kurzvorträgen, fünf Plenarvorträgen und einer Postersession mit eigenen Kurzpräsentationen stellen Referentinnen und Referenten aus den Bereichen Chemie sowie den Ingenieur- und Materialwissenschaften ihre aktuellen Erkenntnisse vor. Die Themenblöcke reichen von der Synthese und Katalyse poröser Materialien über elektro- und photochemische Reaktionen wie zum Beispiel in Redox-Flow-Batterien bis hin zu biomedizinischen Anwendungen in Sensoren oder Implantaten.

„In diesem Jahr stellen auch zahlreiche Kolleginnen und Kollegen aus der Industrie ihre Ergebnisse auf der Tagung vor“, betont Professor Stock. „Sie unterstreichen die Bedeutung, die eine enge Zusammenarbeit von industrieller und universitärer Forschung für poröse Materialien und ihre Anwendungspotenziale hat.“ Ein zentrales Ziel der Tagung ist nicht zuletzt die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. So ehrt die DECHEMA bei der morgigen Abendveranstaltung (1. März) im Kieler Schloss die besten wissenschaftlichen Poster.

Die DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. führt Fachleute unterschiedlicher Disziplinen, Institutionen und Generationen zusammen, um den wissenschaftlichen Austausch in chemischer Technik, Verfahrenstechnik und Biotechnologie zu fördern. Die DECHEMA sucht nach neuen technologischen Trends, bewertet diese und begleitet die Umsetzung von Forschungsergebnissen in technische Anwendungen. Über 5.800 Ingenieure, Naturwissenschaftler, Studierende, Firmen und Institutionen gehören dem gemeinnützigen Verein an.

Kontakt:

Prof. Dr. Norbert Stock

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Institut für Anorganische Chemie

Tel.: 0431/880-1675

E-Mail: stock@ac.uni-kiel.de

stock@ac.uni-kiel.de

Weitere Informationen:

http://dechema.de/dzt2018.html

http://dechema.de/