Schnittstelle von Recht, Medizin und Psychologie

Zwischen Rechtspsychologie, Kriminalwissenschaften, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Sexualmedizin tauchen in der Öffentlichkeit immer mehr Fragen auf, die Wissenschaftler nur gemeinsam hinreichend beantworten können. Aus diesem Grund wird an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) jetzt ein Zentrum gegründet, das sich der Beantwortung eben dieser Fragen widmet. Darin sollen Forschungsprojekte zwischen den beteiligten Disziplinen enger vernetzt werden, aber auch Lehrveranstaltungen der Fächer Psychologie, Recht und Medizin.

"Die teilweise hitzigen und nicht immer sachlich geführten Debatten der letzten Zeit über Jugendkriminalität haben – ähnlich wie schon zuvor die über Schutzaltersgrenzen oder über Sexualkriminalität – gezeigt, wie notwendig eine fachübergreifende Zusammenarbeit der in diesem Feld tätigen Experten ist", betont Psychologie-Professor Günter Köhnken, einer der Gründer des Zentrums.

Das jüngste Forschungsprojekt, das im Rahmen dieser Zusammenarbeit gerade von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, widmet sich der Frage, wann ein jugendlicher Straftäter strafrechtlich verantwortlich ist. Der Experte für Jugendstrafrecht Heribert Ostendorf, der Entwicklungspsychologe Thomas Bliesener und der Psychodiagnostiker Günter Köhnken entwickeln jetzt einen handhabbaren Leitfaden für die Gerichtspraxis, der diese Beurteilung künftig erleichtern soll.

Das Zentrum für Rechtspsychologie, Kriminalwissenschaften und forensische Psychopathologie wird am 18. April, ab 13 Uhr, im Hörsaal C des Audimax der CAU am Christian-Albrechts-Platz, feierlich eröffnet. Die Veranstaltung ist öffentlich.

Kontakt:
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Zentrum für Rechtspsychologie, Kriminalwissenschaften und forensische Psychopathologie
Professor Günter Köhnken, Tel: 0431/880-7316, Fax: 0431/880-3237
e-mail: koehnken@psychologie.uni-kiel.de