Schülerinnen und Schüler stellten künstliches Blut her

Die Eisenverbindung „Künstliches Blut“: Chemiker Julian Rudnik erklärt Schülerinnen molekulare Zusammenhänge beim Schülerlabortag.
Foto/Copyright: Holger Naggert

40 Schülerinnen und Schüler aus ganz Schleswig-Holstein probierten sich beim Schülerlabortag 2013 (30.9.-1.10.) der Fachschaft Chemie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) als Nachwuchsforschende aus. Die Veranstaltung, die gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN), dem Institut für Anorganische Chemie und dem Projekt Erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) organisiert wurde, vermittelte ihnen ein realistisches Bild vom Chemiestudium in Kiel.

Die „dunklen und hellen Seiten“ des weißen Phosphors, der sich fein verteilt an der Luft selbst entzündet, und aktuelle Batterieforschung standen vormittags in einer Experimentalvorlesung auf dem Programm. Anschließend nahmen die Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Gäste mit auf einen Rundgang durch die Forschungslabore. Gestärkt durch ein Mittagessen in der Mensa konnten die Schülerinnen und Schüler anschließend selbstständig im Labor experimentieren. Mittels Infrarotspektroskopie untersuchten sie einen Zucker und testeten ein Alkoholmessgerät.

Auch einen Einblick in die aktuelle Spitzenforschung an der CAU erhielten die Jugendlichen. Die Chemiker Holger Naggert und Julian Rudnik vom Institut für Anorganische Chemie beziehungsweise IPN präsentierten die Synthese und Eigenschaften einer Eisenverbindung, deren Moleküle sich „schalten“ lassen. Staunen löste dieses von den Schülerinnen und Schülern selbst hergestellte „künstliche Blut“ aus, das beim Abkühlen seine dunkelrot-violette Farbe veränderte. Die beiden Wissenschaftler arbeiten im Kieler Sonderforschungsbereich 677 „Funktion durch Schalten“ an der Entwicklung von molekularen Maschinen. Unterstützt wird diese Arbeit durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

„Mit den verschiedenen Experimenten und dem Informationsprogramm wollen wir Schülerinnen und Schülern, die sich für ein Chemiestudium interessieren, ermöglichen, in den Alltag eines Studierenden hineinzuschnuppern“, sagte Rudnik. „Vielleicht haben wir so sogar einige Studierende von morgen für die Uni Kiel gewinnen können. Das würde uns sehr freuen.“

Kontakt:

Julian Rudnik

IPN und Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Tel.: 0431/880 4545

E-Mail: rudnik@ipn.uni-kiel.de