Senat der Kieler Uni zu Plänen für ein neues Hochschulgesetz

In seiner Sitzung am 15. November 2005 verabschiedete der Senat der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ohne Gegenstimme eine Stellungnahme zu den Eckpunkten für ein neues Hochschulgesetz.

Der Wortlaut:

"Erste Stellungnahme des Senats zu den am 08.11.05 der Landesregierung vom Wissenschaftsministerium vorgelegten Eckpunkten für ein neues Hochschulgesetz:

  1. Der Senat der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel begrüßt die Absicht der Landesregierung, den Hochschulen zur Bewältigung der neuen Anforderungen (Bologna-Prozess, Wettbewerb um gute Studierende, Bildung von Exzellenzzentren u.a.m.) eine größere Selbständigkeit zu geben und den Hochschulstandort Schleswig-Holstein zu stärken.
  2. Die derzeitige Struktur der CAU als Landesuniversität muss unbedingt erhalten bleiben, ebenso der Name "Christian-Albrechts-Universität zu Kiel". Zur Stärkung des Wissenschaftsstandortes Schleswig-Holstein spricht sich der Senat für verstärkte Kooperationen zwischen den Hochschulen aus. Um die Vernetzungspotenziale von Medizin und den Naturwissenschaften optimal nutzen zu können, ist die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel der am besten geeignete Standort.
  3. Der Senat lehnt die Wiedereinführung einer Präsidialverfassung ab. Vielmehr hat sich das Modell eines Rektorats bewährt, das seine Legitimationsbasis in den gewählten akademischen Gremien findet. Ebenso lehnt der Senat einen Hochschulrat ab, weil er zur Entdemokratisierung der Entscheidungsprozesse in der Universität führen würde.
  4. Der Senat begrüßt die Übertragung der Berufungszuständigkeit für W3-Professuren auf die Hochschulen und die Beibehaltung der Habilitation als gleichberechtigten Qualifikationsnachweis für das Amt eines Professors.
  5. Die Einführung von Studiengebühren ist sozialpolitisch und bildungspolitisch höchst problematisch und kein geeignetes Mittel, der Unterfinanzierung der Hochschulen abzuhelfen.
  6. Der Senat würde es begrüßen, wenn das Ministerium mit ihm in einen offenen Dialog über diese und andere wichtige, hier nicht genannte Eckpunkte und Strukturfragen eintreten könnte."