Sexuelle Gewalt an Schulen erkennen und verhindern

Am Samstag, 14. März, findet in der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) der Landesfachtag „Sexualität und Gewalt in der Schule – Sexuelle Bildung und Prävention sexueller Grenzverletzungen“ statt. Die Hauptveranstalter, das Kompetenzzentrum Nord und das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH), machen dieses Angebot, um bestehende Unsicherheiten im Umgang mit Sexualität und der Vermeidung von Gewalt in Schulen zu abzubauen. Ziel ist es, Strategien zu benennen, um Schulen zu einem sichereren Ort zu machen. Der Fachtag richtet sich insbesondere an Lehr- und pädagogische Fachkräfte, die mit Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I und II arbeiten.

In Kooperation mit den spezialisierten Fachberatungsstellen pro familia und Petze Präventionsbüro Kiel wurden Fachleute aus Praxis und Wissenschaft eingeladen, die ein abwechslungsreiches Angebot an Workshops und Diskussionsforen anbieten. „Unsere Ziele sind einerseits die Förderung sexueller Selbstbestimmung der Jugendlichen und andererseits die Verhinderung sexualisierter Gewalt“, erklärt Professorin Anja Henningsen, die an der CAU Sexualpädagogik mit Schwerpunkt Gewaltprävention lehrt und erforscht. Wichtig sei hierzu vor allem eine geförderte Sensibilität für sexuelle Diskriminierungen und Übergriffe durch Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler.

Genauso wichtig sei das Wissen über Möglichkeitsstrukturen für sexualisierte Gewalt und auch die Fähigkeit, angemessen zu handeln. Henningsen: „Schule kann durch das Miteinander Diskriminierungen und Übergriffe befördern. Sie kann es Jugendlichen aber auch ermöglichen, sich ihrer Selbst sicherer zu werden.“ Die Leiterin des IQSH-Zentrums für Prävention, Christa Wanzeck-Sielert, betont: „Sexuelle Bildung wirkt gewaltpräventiv, denn sie erhöht die Sprachfähigkeit, regt zum Nachdenken über Bedürfnisse, Wünsche und Grenzen in der Sexualität an und stärkt das Selbstbewusstsein. Wir wollen daher Lehrkräften und Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern in unseren Fortbildungen fundierte Grundlagen vermitteln und unterstützen dies mit entsprechendem Unterrichtsmaterial.“

Anmeldung:

Bis Samstag, 7. März, unter http://formix.info/PRVooo8 möglich, Rückfragen zur Anmeldung bitte per Mail an martina.roesner@iqsh.landsh.de.

Link zum Programmflyer (PDF):

Kontakt:

Prof. Anja Henningsen, Juniorprofessorin für Sexualpädagogik und mit dem Schwerpunkt Gewaltprävention an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Tel.: 0431 / 880 – 1297, E-Mail: henningsen@paedagogik.uni-kiel.de

Prof. Dr. Arne Dekker, Juniorprofessor für Sexualwissenschaft und präventive Internetforschung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Tel.: 040 / 7410 – 53214, E-Mail: dekker@uke.uni-hamburg.de

Christa Wanzeck-Sielert, Leiterin des Zentrums für Prävention

Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein

Tel: 0431 / 5403 – 243, E-Mail: christa.wanzeck-sielert@iqsh.de

Über das Kompetenzzentrum Nord:

Um die Forschung im Kontext von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Einrichtungen auszubauen und zu seiner nachhaltigen Implementierung beizutragen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Forschungsvorhaben, die sowohl fundierte Erkenntnisse zu den strukturellen und personalen Faktoren von sexualisierter Gewalt als auch zu Fragen der Prävention zur Verfügung stellen.

Im Rahmen zweier dadurch geförderter Juniorprofessuren wurde in Kooperation der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), Institut für Pädagogik, Schwerpunkt Sexualpädagogik und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie am 28. Februar 2014 das Kompetenzzentrum Nord zur Prävention sexueller Grenzverletzungen und sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche gegründet.

Das „Kompetenzzentrum Nord - Prävention sexueller Grenzverletzungen und sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ ist ein Kooperationsverbund des Instituts für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie des Universitätsklinikums Hamburg und des Instituts für Pädagogik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Zum Webauftritt des Kompetenzzentrums:

www.präventionskompetenz.de