Spitzensportler an der Kieler Uni gut versorgt

Vier Personen stehen an Stehtischen und unterzeichnen Papiere
© Sandra Ogriseck, Uni kielGerhard Fouquet (CAU), Ingrid Unkelbach (OSP), Günter Kellotat (Studentenwerk) und Bernd Lange (adh) unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung zur Förderung studierender Spitzensportler.
Vier Personen sprechen
© Sandra Ogriseck, Uni KielDie Beachvolleyballer Okka Rau, David Klemperer und Kjell Schneider (v. r.) berichten davon, wie sie Studium und Sport unter einen Hut bekommen. Bernd Lange, Referatsleiter am Sportzentrum der Kieler Uni, moderiert.

Sie wollen Athleten parallel zu ihrer sportlichen Karriere eine akademische Ausbildung ermöglichen und ziehen dafür an einem Strang: die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), das Studentenwerk Schleswig-Holstein, der Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein (OSP) und der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (adh). Heute (09.02.06) unterzeichneten Vertreter der vier Einrichtungen einen Kooperationsvertrag an der Kieler Uni.

Sportler im Studium kennen diese Probleme: Eine wichtige Meisterschaft steht an, und das intensive Training lässt nicht genügend Zeit zum Lernen. Oder ein Wettkampf fällt ausgerechnet auf den gleichen Termin wie eine Abschlussklausur. Für Fälle wie diese sollen an der CAU Lösungen geschaffen werden: persönliche Mentoren etwa, die die Sportler individuell unterstützen oder individuelle Prüfungstermine. "Wir möchten nicht, dass Spitzensportler ihr Studium abbrechen, nur, weil sie an den logistischen Hürden scheitern. Das Label Partnerhochschule des Spitzensports, das wir seit Mai 2004 tragen, war nur der Anfang. Wir wollen, dass gut qualifizierte Athleten auch nach der sportlichen Karriere eine Zukunft haben, im Management, in der Medizin oder anderswo", erklärt Professor Gerhard Fouquet, Prorektor der CAU.

Um das zu erreichen, hat sich die Uni jetzt die Partner mit ins Boot geholt, die unmittelbar den studentischen Alltag prägen und die sportliche Laufbahn mit koordinieren. Das Studentenwerk Schleswig-Holstein verpflichtet sich in der Vereinbarung unter anderem konkret, fünf Wohnheimplätze für studierende Spitzensportler bis vier Wochen vor Vorlesungsbeginn bereit zu halten. So sollen sie sich auch noch kurzfristig für Kiel entscheiden können. Der OSP als regionaler Betreuer der Spitzensportler unterstützt die Partnerschaft in erster Linie auf der informativen Ebene: Er berät Athleten hinsichtlich ihrer Studienortwahl über die CAU. Spitzensportler, die in das Förderprogramm aufgenommen werden sollen, werden vom OSP benannt.

Spitzensportler im Sinne der Vereinbarung sind A-, B- und C-Kader der Fachverbände. Etwa 25 studieren derzeit an der CAU, darunter so bekannte Namen wie die Beachvolleyballerinnen Okka Rau und Steffi Pohl, die 2004 in Athen den 5. Platz belegten, und der Surfer Toni Wilhelm, ebenfalls Olympiateilnehmer.