Sprachwandel mit Migrationshintergrund

Migration wird in Deutschland und anderen westlichen Gesellschaften aus unterschiedlichsten Perspektiven kontrovers diskutiert. Dabei stehen oft sprachliche Fragen im Fokus: Bilden Migranten sprachliche Parallelgesellschaften oder sind sie durch ihre Mehrsprachigkeit sprachlich besonders kompetent? Sind „Kiezdeutsch“ oder das norwegische „Kebabnorsk“ defizitäre Sprachformen oder eine Bereicherung für die jeweiligen sprachlichen Repertoires? Eine Ringvorlesung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) untersucht solche Phänomene aus sprachwissenschaftlicher Sicht.

„Die Vorlesungsreihe konzentriert sich auf die Wechselwirkung zwischen Migration und dem Wandel der Sprache“, erklärt Professor Steffen Höder vom Institut für Skandinavistik, Frisistik und Allgemeine Sprachwissenschaft (ISFAS). Dabei zeige die aktuelle Forschung, dass unterschiedliche soziale Rahmenbedingungen zu unterschiedlichen Arten von Sprachwandel führen. Aber: „Aus linguistischer Sicht sind Migration und durch Sprachkontakt bedingter Wandel keine problematischen Phänomene, sondern Faktoren, die in der Entwicklung aller Sprachen der Welt eine Rolle spielen und auch historisch immer prägend waren.“

Die Ringvorlesung beschäftigt sich unter anderem mit dem Effekt, das unterschiedliche Formen sozialer Interaktion unterschiedliche Sprachmuster erzeugen. Neben Kieler Forschenden referieren, unter anderen, auch schweizerische, dänische und norwegische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Die kostenfreie Ringvorlesung richtet sich an Bachelor- und Masterstudierende, Promovierende, Forschende und die interessierte Öffentlichkeit. Einzeltermine finden in englischer Sprache statt.

Das vollständige Programm als PDF:

www.uni-kiel.de/download/pm/2015/2015-115-rv-sprache-migration.pdf

Das Wichtigste in Kürze:

Was: Ringvorlesung zu Sprache und Migration

Wann: Ab 28. April, immer dienstags um 18.15 Uhr

Wo: Leibnizstraße 1, Raum 204

Kontakt:

Professor Dr. Steffen Höder

Tel.: 0431 / 880 - 4587

E-Mail: s.hoeder@isfas.uni-kiel.de