Stellungnahme des Rektorates über die heutige Berichterstattung den Verwaltungssitz des Universitätsklinikums betreffend

Das Rektorat der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ist äußerst irritiert über die Berichterstattung in den heutigen Tageszeitungen. Dort wird berichtet, die Verlagerung des Verwaltungssitzes des Universitätsklinikums nach Lübeck sei nächste Woche zur Entscheidung vorgesehen.

"Eine derartige Entscheidung fällt man nicht ad hoc", so Rektor Professor Thomas Bauer. Hier seien sachliche Argumente abzuwägen, vor allem sei der Universitätsrat einzubeziehen, der durch das neue Hochschulgesetz installiert worden ist. Dort sei das Thema bisher gar nicht erörtert worden. "Ich wehre mich dagegen, dass gegen alle Vernunft und entgegen diverser Empfehlungen, beispielsweise von Seiten des Landesrechnungshofes, hier Entscheidungen gefällt werden, die ausschließlich regionalpolitisch begründbar sind. Es gibt keinen Zeitdruck, der es nicht erlauben würde, eine sorgfältig abgewogene Entscheidung zu treffen, bei der man die unterschiedlichen Stellungnahmen einbezieht."

"Es kann nicht sein", so Bauer weiter, "dass sowohl der Verwaltungssitz des Klinikums als auch der Medizinausschuss in Lübeck angesiedelt werden. Das würde die hohe Bedeutung, die die Kieler Universität für die Forschung im Lande hat, völlig ignorieren. Wir haben durch den immensen Erfolg bei der Exzellenzinitiative mit Platz 10 im bundesweiten Vergleich gezeigt, wie forschungsstark die Kieler Universität ist. Diese Stärke, die wesentlich auch in der intensiven Vernetzung der Medizin mit den übrigen Fächern der Universität liegt, muss unbedingt erhalten bleiben."

Der Prorektor und designierte Präsident der Universität, Professor Gerhard Fouquet, sieht zukünftige Vorhaben bedroht: "Wir haben vor, uns im Jahr 2011 mit einem Zukunftskonzept zu bewerben und dadurch in die Reihe der deutschen Eliteuniversitäten aufgenommen zu werden. Ohne eine langfristige Sicherung medizinischer Forschung auf hohem Niveau in Kiel sind derartige Überlegungen zwecklos. Seit Jahrzehnten leidet die Kieler Universität unter regionalpolitisch begründeten Fehlentscheidungen der Landespolitik. Das muss aufhören! Die Landesregierung trägt eine große Verantwortung für den Wissenschaftsstandort Schleswig-Holstein."