Theologie neu ausgerichtet: Professur für Kirchen- und Religionsgeschichte

Die Nordelbische Kirche (NEK), das Land Schleswig-Holstein und die Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) haben heute (3. November) in Kiel den Vertrag über die Wiederbesetzung einer Professur für Kirchen- und Religionsgeschichte an der Theologischen Fakultät in der Landeshauptstadt unterzeichnet. Darin verpflichtet sich die NEK, die Stelle für fünf Jahre zur Hälfte mitzufinanzieren. Danach geht die gesamte Finanzierung in die Verantwortung der CAU über.

Der Vertrag sichert in Kiel die hohe Qualität der theologischen Forschung und Lehre. Er ist außerdem Teil eines Abkommens zwischen der NEK und dem Land Schleswig-Holstein, welches auf der Basis dieses kirchlichen Engagements eine Verstärkung im Studiengang Evangelische Religion an der Universität in Flensburg zugesagt hat. Die Vereinbarung ist Teil einer geplanten engeren Kooperation zwischen der Theologischen Fakultät Kiel und dem Fachbereich für Evangelische Religion in Flensburg.

Unterzeichner des Vertrages im Nordelbischen Kirchenamt waren für das Land der Staatssekretär für Wissenschaft, Jost de Jager, für die Christian-Albrechts-Universität deren Präsident Prof. Dr. Gerhard Fouquet und der Dekan der Theologischen Fakultät, Prof. Dr. Dieter Sänger sowie für die Nordelbische Kirche der Vorsitzende der Kirchenleitung, Bischof Gerhard Ulrich, und das Mitglied der Kirchenleitung Margrit Semmler.

Kirche und Gesellschaft brauchten eine starke theologische Wissenschaft, die heutzutage nur im Dialog mit den anderen Wissenschaften erfolgreich arbeiten könne, sagte Ulrich und wies gleichzeitig darauf hin, dass die Mitfinanzierung einer Professur an der Universität eine einmalige Ausnahme bleiben werde. "Wir wollen die grundsätzliche Verpflichtung des Landes, die Universitäten adäquat auszustatten, nicht antasten. Trotzdem haben wir mit der finanziellen Beteiligung ein deutliches Zeichen gegeben, dass gut ausgebildete Religionslehrerinnen und -lehrer und eine kulturoffene theologische Forschung für die ganze Gesellschaft wichtig sind", so Bischof Ulrich.

Staatssekretär Jost de Jager äußerte sich erfreut darüber, dass im Verbund zwischen Nordelbischer Kirche, Universität und Land eine Lösung für die Professurbesetzung gefunden wurde, die auch neue Chancen einer Zusammenarbeit zwischen Theologischer Fakultät und Philosophischer Fakultät – beispielsweise in der Orientalistik und den Islamwissenschaften – an der CAU eröffnet.

"Die Professur fügt sich durch die neue Ausrichtung perfekt in den Schwerpunkt der CAU 'Kulturelle Räume'. Sie stärkt damit die wissenschaftliche Auseinandersetzung über die Fächergrenzen hinaus", betonte CAU-Präsident Gerhard Fouquet.

Neben einer verbesserten Ausbildung der Religionslehrerinnen und -lehrer für den Grund-, Haupt- und Realschulbereich in Flensburg soll auch die wissenschaftliche Vernetzung der theologischen Grundlagenforschung in Kiel gefördert werden. Vor allem im neu zu entwickelnden Studium "Religion und Kultur" und im Graduierten-Studiengang "Human Development in Landscapes" ist die interdisziplinäre Forschung gefordert.

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