Universitäten schließen Vertrag

Professor Jörn Eckert (l.) und Dr. Jürgen Lüthje mit der Kooperationsvereinbarung.
© Universität HamburgProfessor Jörn Eckert (l.) und Dr. Jürgen Lüthje mit der Kooperationsvereinbarung.

In Hamburg wurde heute, 11. März, der Kooperationsvertrag zwischen der Christian- Albrechts-Universität zu Kiel und der Universität Hamburg unterzeichnet. Die Sondierungsgespräche zwischen dem Kieler Rektorat und dem Hamburger Präsidium wurden damit erfolgreich zu Ende geführt. Eine gegenseitige Informationspflicht wurde ebenso vereinbart wie regelmäßige Treffen der Hochschulleitungen.

Der Vertrag sieht im Einzelnen vor, dass Studierenden beider Universitäten die Veranstaltungen der jeweils anderen Universität offen stehen. Dies gilt für Lehrveranstaltungen und Prüfungen. Eine Einschränkung gibt es bei Numerus- clausus- Fächern. Im Bereich des Studiums beabsichtigen beide Unis, ihre Profile deutlicher voneinander abzugrenzen, Studienangebote abzustimmen und einzelne Programme gemeinsam anzubieten. Professoren haben die Möglichkeit, ihre Lehrstunden auch an der jeweils anderen Hochschule zu leisten. Auch hierfür wurden die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen. Das Ziel in der Lehre besteht vor allem darin, auch in kleineren und so genannten "Orchideen-Fächern" jeweils an einem der beiden Orte die Bandbreite des Faches abbilden zu können und die Studienmöglichkeiten damit deutlich zu verbessern. Durch den Besuch von Veranstaltungen am jeweils anderen Ort entstehen den Studierenden keine extra Gebühren. Es bleibt bei Reise- und eventuell Unterkunftskosten.

In der Forschung entwickeln die beiden Hochschulen gemeinsame Vorhaben und Schwerpunkte, um die Kräfte zu bündeln. Andererseits grenzen sie ihre Profile deutlicher voneinander ab. Um beides zu erreichen, sollen zum Beispiel Berufungen künftig miteinander abgestimmt werden.

Der Rektor der Kieler Universität, Professor Jörn Eckert, sieht den Vertrag als ersten Schritt: "Wir setzen damit den Rahmen für die Regelung in einzelnen Bereichen, die seit längerem in der Diskussion sind. Nun können wir in den Fachbereichen die Details ausarbeiten."

Wird ein Fach hier oder dort als Lehrangebot aufgegeben, bleibt jeweils eine Professur als "Brückenkopf" bestehen. Sie soll das Fach vertreten und in die Forschungslandschaft am Ort einbringen. So wird beispielsweise an eine Aufgabe der Ur- und Frühgeschichte in Hamburg als eigenständiger Studiengang gedacht. Im Gegenzug gibt die Universität Kiel ihren Studiengang Archäologie auf.

Dr. Jürgen Lüthje, Präsident der Universität Hamburg: "Diese Kooperation und Vernetzung zweier Hochschulen ist bundesweit wegweisend. Unsere Studierenden erhalten nicht nur ein möglichst breites Ausbildungsangebot, sondern durch die gemeinsame Planung und Umsetzung von Forschungsprojekten baut Norddeutschland seine Position auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Exzellenz weiter aus."