Untermeerische Vulkane in der Südsee erforscht

Kartografische Darstellung des Meeresbodens von Neuseeland bis Samoa
© Uni KielKartografische Darstellung des Meeresbodens von Neuseeland bis Samoa: In dem schwarz markierten Bereich auf dem Tonga-Inselrücken untersuchten Kieler Wissenschaftler aktive untermeerische Vulkane, die heiße Lösungen freisetzen.
Metallreiche "Schornsteine" auf den untermeerischen Inselbogenvulkanen vor Tonga
© Uni KielMetallreiche "Schornsteine" wie diesen entdeckten die Kieler Wissenschaftler auf den untermeerischen Inselbogenvulkanen vor Tonga.

In der Südsee, im Bereich des Tonga-Inselbogens brodelt es: In einer Wassertiefe zwischen 150 und 950 Metern sind Vulkane mit mächtigen Lavaströmen und metallreichen Ablagerungen in bisher nicht bekanntem Ausmaß aktiv. Auf einer Forschungskampagne im Südpazifik unter der Leitung der Kieler Universität haben Wissenschaftler zum ersten Mal heiße Quellen in diesem Gebiet mit einem Tauchboot untersucht. Die Inselbogen-Vulkankette erstreckt sich über 2500 Kilometer Länge von Neuseeland bis nach Tonga.

"Wir haben vollkommen neues Territorium erforscht und hydrothermale Aktivität von einer Intensität vorgefunden, wie wir sie nicht erwartet hatten", berichtet Professor Peter Stoffers, Leiter der Abteilung Marine und Terrestrische Geochemie an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel. Er leitete die gerade beendete 30-tägige Expedition mit den amerikanischen Forschungstauchbooten Pisces IV und V. "Bei unseren insgesamt 13 Tauchgängen fanden wir aktive so genannte Schornsteine aus Baryt, Anhydrit und Eisen-, Zink- und Kupfersulfiden mit Höhen bis zu zehn Metern. Die dort austretenden heißen Wässer haben Temperaturen bis zu 265 Grad Celsius. Außerdem konnten wir intensive Gasaustritte, weit verbreitete Schwefelabscheidungen und einen dichten Muschelbewuchs beobachten."

Bereits seit 2002 erforschen die Kieler Wissenschaftler mit dem deutschen Forschungsschiff F.S. SONNE die submarinen Vulkane entlang des Tonga-Kermadec Insebogens, die dadurch entstehen, dass die Pazifische unter die Indisch-Australische Platte abtaucht. Bei dieser so genannten Subduktion schmilzt die abtauchende Platte im Untergrund auf. Ein Teil dieser Schmelzen und die freigesetzten Fluide bahnen sich aus der Tiefe den Weg zurück an die Oberfläche und bilden den vulkanischen Inselbogen. "Unser Ziel ist es, Kenntnisse darüber zu erlangen, wie im Erdmantel die Schmelze entstehen, wie sich die Erdkruste entwickelt und welche Dynamik das Erdinnere aufweist", so Professor Stoffers.

Die Expedition ist Teil des internationalen Forschungsprojektes SITKAP (Submersible Investigations of the Tonga-Kermadec Arc with PISCES), an dem neben den deutschen Wissenschaftlern der Kieler Uni und der Bundesanstalt für Geowissenschaften auch neuseeländische, US-amerikanische und kanadische Forscher beteiligt sind. Die Untersuchung des Probenmaterials hat gerade begonnen. Erste Ergebnisse sollen auf einem Spezialsymposium der American Geophysical Union (AGU) im Dezember in San Francisco vorgestellt werden.

Kontakt:

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Geowissenschaften
Professor Peter Stoffers
0431/880-2850
Fax: 0431/880-4376
pst@gpi.uni-kiel.de