Verbesserte "Littorina" dient exzellenter Forschung

Der neue Kran der Littorina hebt nicht nur Bohrkerne, sondern hilft auch bei der Beladung des Kutters mit den Messgeräten.

Foto: Julia Zahlten, Copyright: CAU

Der gemeinsam von der Christian-Albrechts-Universität und dem Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) betriebene Forschungskutter "Littorina" beginnt seine zweite Fahrt für das Kieler Exzellenzclusters "Ozean der Zukunft" in die Kieler Bucht. Nach Umbauarbeiten, die Anfang des Jahres abgeschlossen wurden, ist das Schiff jetzt besser für die vorgesehenen Forschungsarbeiten geeignet als zuvor. Der alte, wuchtige Kran wurde durch ein neues, wendigeres Modell ersetzt, und außerdem bekam das Schiff zusätzliches Gewicht in den unteren Teil des Rumpfes, wodurch es jetzt stabiler in der See liegt und so die Arbeiten an Bord erleichtert.

"Der Exzellenzcluster Ozean der Zukunft ist voll in Fahrt. Dass wir in die Modernisierung der Littorina investieren, zeigt, wie wichtig uns die gute Ausstattung der Wissenschaftler und der Nachwuchsforscher ist. Ebenso wie der Exzellenzcluster ist auch der gemeinsam betriebene Forschungskutter ein Ausdruck der guten Zusammenarbeit zwischen Uni und IFM-GEOMAR", so der Kanzler der CAU, Dr. Oliver Herrmann. Die Christian-Albrechts-Universität und das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) betonten, wie wichtig ein Schiff mit der Größe der "Littorina" für die Wissenschaft sei. "Vor allem für die Forschungen in der Kieler Bucht und an der Westküste ist der Kutter als regional einzusetzendes Schiff von großer Bedeutung", so Dr. Thomas Müller, Koordinator der Forschungsschiffe, IFM-GEOMAR, "Die größeren Kieler Schiffe Alkor und Poseidon werden naturgemäß vor allem für Forschungsarbeiten in der offenen Ostsee und im Atlantik eingesetzt, teilweise ebenfalls im Rahmen des Clusters."

Mit einem Team aus drei Doktoranden und einem Techniker wird Kerstin Schrottke, Juniorprofessorin im Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft", die Küstenentwicklung im Flachwasser der Kieler Bucht untersuchen. Sedimentverlagerungen, die mit modernen Messgeräten erfasst werden, sollen über diese Entwicklung Aufschluss geben. Dabei kommen beispielsweise das moderne, fest installierte Fächerlot der Littorina sowie ein Sedimentlot und zum Einsatz. Sie ermöglichen die Profilerstellung des Seebodens mit Hilfe von Hydroakustik (Wasserschall). "Das Ziel der Untersuchungen ist, die Küste nach und nach zu kartieren. Vorerst bestimmen wir dazu, wie viel Stein und Geröll am Boden vorhanden ist, wie beweglich es ist und wie das Material darunter aussieht." Bis zu einer Wassertiefe von etwa 5 Metern kann dabei von der "Littorina" aus gearbeitet werden, in den flacheren Küstenbereichen weichen die Wissenschaftler mit kleineren, mobilen Geräten auf das Schlauchboot aus.

Hintergrundinformation:

Das 1975 gebaute Schiff hat eine Länge von knapp 30 Metern. Mit einem Aktionsradius von 2000 Seemeilen wird es vorwiegend in Ost- und Nordsee eingesetzt. Neben fünf Besatzungsmitgliedern können bis zu sechs Wissenschaftler mitfahren, auf Tageseinsätzen sogar zwölf. In allen marinen Disziplinen kann mit den technischen Einrichtungen an Bord gearbeitet werden: physikalische, chemische und biologische Ozeanographie sowie marine Geophysik und Geologie und Fischerei. So werden in jedem Jahr auch zahlreiche Praktikumsfahrten mit Kieler Studentinnen und Studenten verschiedener Fachrichtungen durchgeführt.

Benannt ist der Kutter nach der Strandschnecke, deren wissenschaftlicher Name Littorina ist. Sie ist ein Leitfossil im Ostseeraum.

Weitere Informationen zum Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft":

www.ozean-der-zukunft.de

Kontakt:

Prof. Dr. Kerstin Schrottke

Institut für Geowissenschaften/Sedimentologie, Küsten- und Schelfgeologie

Christian-Albrechts-Universität Kiel

Telefon: (0431) 880-3911

E-Mail: ks@gpi.uni-kiel.de

Dr. Thomas J. Mueller

Koordinator der Forschungsschiffe

Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR)

Düsternbrooker Weg 20, Kiel

Telefon: (0431) 600-4161/1542

E-mail: tmueller@ifm-geomar.de