Von leninistischen Spuren im Bildungswesen

Lehren und Lernen im östlichen Europa – wie sieht das aus? Antworten gibt die Ringvorlesung des ZOS.
Foto/Copyright: Julia von Ditfurth, Kunsthistorisches Institut

Lenins Ausspruch „Lernen, lernen und nochmals lernen“ zeigt die starke bildungspolitische Dimension der sozialistischen Revolution, die in vielen Staaten Osteuropas und Asiens bis heute Spuren hinterlassen hat. Wie haben sich die Bildungssysteme im östlichen Europa seitdem entwickelt? Was macht sie besonders? Und wie ist vor diesem Hintergrund der Bologna-Prozess einzuordnen? Ab Donnerstag, 26. April, um 18:15 Uhr veranstaltet das Zentrum für Osteuropa-Studien (ZOS) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) die Ringvorlesung „Lehren und Lernen: Bildung im östlichen Europa“. Auf die Hörerschaft warten Vorträge über das osteuropäische Bildungswesen aus historischer, literarischer, pädagogischer, theologischer, juristischer und politischer Sicht.

In seinem Eröffnungsvortrag schätzt Professor Alexander Trunk, Direktor des ZOS, die rechtlichen Grundlagen des russischen Hochschulwesens ein und bewertet diese politisch. Ein weiteres Themenfeld der Ringvorlesung ist die Pädagogik. Viele bekannte Pädagoginnen und Pädagogen stammen aus dem osteuropäischen Raum. Dazu zählt auch der tschechische evangelische Philosoph, Theologe und Erfinder der Pädagogik in Osteuropa, Johann Comenius. Er ist Gegenstand des Vortrags von Professor Norbert Nübler vom Institut für Slavistik am 14. Juni. Weitere Vorträge greifen Themen wie Kindheit und Schule, die Ausbildung von Juristen und Juristinnen oder den Religionsunterricht auf.

Interessierte sind herzlich zu der kostenfreien Veranstaltungsreihe eingeladen.

Ausführliches Programm:

www.uni-kiel.de/download/pm/2018/2018-097-rv-osteuropa.pdf

Das Wichtigste in Kürze:

Was: Ringvorlesung „Lehren und Lernen: Bildung im östlichen Europa“

Wann: Ab 26. April, immer donnerstags, um 18:15 Uhr

Wo: Audimax, Hörsaal B, Christian-Albrechts-Platz 2, 24118 Kiel

TERMINE

26.4. Hochschulwesen in Russland: Rechtliche Grundlagen und politische Bewertung

3.5. Vom „anomalen Kind“ zum „Kind mit besonderen Bildungsbedürfnissen“ – Zur Entwicklung von Bezeichnungen für Kinder mit Behinderungen im russischen Bildungswesen

17.5. Kindheit und Schule in der sozialistischen Tschechoslowakei

24.5. Lehren und Lernen im Zeichen des Humanismus – Renaissancezeitliche Gelehrtennetzwerke im östlichen Mitteleuropa

31.5. Juristenausbildung in Russland

14.6. Comenius: Über die Erfindung der Pädagogik in Osteuropa

28.6. Was liest und lernt Evgenij Onegin und warum? Anmerkungen zu einem Klassiker der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts

5.7. Religionsunterricht im östlichen Europa

Kontakt:

Professor Alexander Trunk

Vorsitzender des ZOS

Tel.: 0431/880-1729

E-Mail: office-eastlaw@law.uni-kiel.de

www.uni-kiel.de/eastlaw