Von Nickerchen und schaltbaren Medikamenten

38 neue Doktorinnen und Doktoren verabschiedete die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät in einer Feierstunde.
Foto/Copyright: Denis Schimmelpfennig, CAU

„Zur Bedeutung des menschlichen Alterns für die circadiane Rhythmik der Hauttemperatur, Körperkerntemperatur und Herzfrequenz sowie für verschiedene Aspekte der Lebensqualität und des Schlafes unter Berücksichtigung tageszeitlicher Nickerchen" – oft speziell, aber immer kreativ und vielfältig sind die Promotionen an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). 38 neue Doktorinnen und Doktoren verabschiedete die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät feierlich am Donnerstag (17. Dezember) im größten Hörsaal des Audimax. Ihre Themen reichten von der Chemie und Physik über die Meeresforschung bis zur Zoologie.

Dekan Professor Wolfgang J. Duschl überreichte den Absolventinnen und Absolventen die Abschlussurkunden und nahm ihnen per Handschlag den akademischen Eid ab, immer „die Wahrheit zu suchen und zu bekennen“. Rebecca Horbert, Doktorin der Pharmazeutischen Chemie, hielt den Festvortrag. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen war es ihr in ihrem Projekt gelungen, Medikamente mit einem chemischen Schalter zu versehen. So könnten Wirkstoffe künftig gezielter eingesetzt werden. Bionik-Forscher Dr. Lars Heepe untersuchte die Haftmechanismen von Insekten und Reptilien, also beispielsweise die Fähigkeit von Geckos oder Spinnen, an der Decke laufen zu können. Für seine Dissertation an der CAU enträtselte er auf Hochgeschwindigkeitsaufnahmen mit 180.000 Bildern pro Sekunde den Ablöseprozess der pilzförmigen Haftorgane der Tiere. Die physikalischen Prinzipien des sogenannten „Gecko-Effekts“ konnten bereits auf künstliche, klebstofffreie Haftfolien aus Silikon übertragen werden. Für Heepes Erkenntnisse verlieh ihm der Kieler Forschungsschwerpunkt Nanowissenschaften und Oberflächenforschung (KiNSIS) den Promotionspreis für „Nano Life Science“.