Was der Winter kostet

Der Winter 2009/2010 hatte für viele Menschen die gefühlte Länge zweier Winter. Nach der anfänglichen Freude über scheinbar unbegrenzte Ski- und Rodelmöglichkeiten erreichte die meisten bald der unbequeme Alltag. Angefangen vom morgendlichen Kampf, überhaupt oder rechtzeitig zur Arbeit zu gelangen, wurden alle zu erledigenden Wege schwierig oder zeitweise unmöglich. Erinnerungen an die Schneekatastrophe 1978/1979 in Schleswig-Holstein wurden bald geweckt.

Dass dieser Winter erhebliche Mehrkosten verursachen würde, bestätigt sich spätestens, seit die Beläge der Straßen wieder sichtbar sind. Auch für die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel bedeutete der Ausnahmewinter 2009/2010 einen deutlichen Mehraufwand für den normalen Winterdienst sowie einen hohen Anstieg der Energiekosten.

Insgesamt entstanden Mehrkosten in Höhe von rund 500.000 Euro, die sich wie folgt aufteilen: Energiemehraufwand von 450.000 Euro für Fernwärme und Strom, außerdem 25.000 Euro Mehrkosten für Überstunden der Mitarbeiter sowie den Mehrbedarf an Sand und Salz und zusätzliche Reparaturen an den Räumfahrzeugen. 15.000 Euro mussten schließlich allein für die Schneeräumung der Dächer veranschlagt werden.

Dr. Herrmann, Kanzler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, fasst zusammen: „Die durch den harten Winter zusätzlich entstandenen Kosten haben zu schweren Einschnitten im Haushalt der Universität geführt. Der ohnehin schon knappe Etat für Bau- und Erhaltungsmaßnahmen ist dadurch noch enger geworden. In der Folge ist damit zu rechnen, dass andere Bau- und Erhaltungsmaßnahmen vorerst zurückgestellt werden müssen. Derzeit wird geprüft, ob es zu nachhaltigen Schäden, vor allem an den Flachdächern gekommen ist.“

Durch die zeitweilig fast pausenlosen Schneefälle wurde das tägliche Schneeräumen der Straßen, Plätze und Flachdächer des Campusgeländes zu einer Herausforderung, die die zuständigen sechs Mitarbeiter der Abteilung 6 "Infrastrukturelles Gebäudemanagement" und zwei hauptamtlichen Mitarbeiter des Botanischen Gartens nur durch Sonderschichten erfolgreich meistern konnten. Unterstützt wurden sie besonders zur Räumung der Dächer in Amtshilfe von Abteilung 5 "Technisches Bau- und Gebäudemanagement".

Dr. Herrmann hebt hervor: “Es ist gelungen, über den gesamten Zeitraum von gut 12 Wochen den gesamten Universitätsbetrieb voll funktionsfähig zu halten. Dies verdanken wir dem großen Einsatzwillen der für den Räumdienst zuständigen Mitarbeiter. Ohne die Bereitschaft zu Überstunden an ungewöhnlichen Tages- und Nachtzeiten sowie den sorgsamen Umgang mit Streumittelressourcen und Räumdienstfahrzeugen hätte diese Herausforderung nicht bewältigt werden können.