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Qualifizierung für studentische Lehraufgaben

Tutorinnen und Tutoren sind wichtige Säulen der universitären Lehre. Für ihre Qualifizierung gibt es an der CAU das umfassende Weiterbildungsprogramm BEAT – BE A TUTOR.

Kathrin Ludwig und Maria Woischwill
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Kathrin Ludwig (links) und Maria Woischwill

Die ersten Schritte im Studium sind oft nicht einfach: Nicht nur, dass sich die Studienanfängerinnen und -anfänger an der Universität zurechtfinden müssen, auch im Bereich der Lehre ist vieles neu und unbekannt. Hier können Tutorinnen und Tutoren Unterstützung leisten. Das didaktische und methodische Rüstzeug dazu erhalten sie durch das Qualifizierungsangebot BEAT – B BE A TUTOR der Kieler Universität.

An der CAU gibt es eine Reihe von unterschiedlichen Tutorien, die von Studierenden mit Lehrauftrag durchgeführt werden. Mal gestalten die Studierenden praktische Übungen zu den jeweiligen Vorlesungen, mal unterstützen sie Studienanfängerinnen und -anfänger im Labor, mal geben sie Feedback beim Erstellen von Hausarbeiten. Zudem fungieren sie als Mittlerinnen und Mittler zwischen Studierenden und Dozierenden. »Studierende mit Lehraufgaben haben eine große Bedeutung in der universitären Lehre«, erklärt Dr. Kathrin Ludwig, die zusammen mit ihrer Kollegin Britta Petersen für das BEAT-Qualifizierungsprogramm zuständig ist.

Um die Tutorinnen und Tutoren bei ihrer Aufgabe zu unterstützen sowie um die Qualität der Tutorienarbeit insgesamt an der CAU weiter zu verbessern, hat die Kieler Universität im Jahr 2013 das BEAT-Programm ins Leben gerufen. Das Qualifizierungsprogramm besteht aus Workshops zu verschiedensten Themen der Hochschuldidaktik – von den Grundlagen des tutoriellen Arbeitens über Methodik bis hin zur digitalen Lehre. Ein weiterer Baustein ist der fächerübergreifende kollegiale Austausch mit gegenseitigem Feedback der Teilnehmenden. Im Anschluss an die Schulungen erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat.

»Die Workshops und das Feedback der anderen Teilnehmenden waren absolut hilfreich und wertvoll«, erklärt Lehramtsstudentin Maria Woischwill (7. Semester). Seit dem Wintersemester 2019/2020 ist die 22-Jährige im Fachbereich Geschichte als Texttutorin beschäftigt. Sie liest unter anderem Einleitungen und Entwürfe von Hausarbeiten von Studierenden der ersten Semester und gibt Feedback zum Schreibprozess sowie zu anderen Aspekten des wissenschaftlichen Arbeitens. »Der Vorteil für die Studierenden ist, dass sie durch meine Kommentare gegensteuern und Formfehler vermeiden können“, sagt sie. Ihre Tipps nehmen die meisten gern an. »Allerdings war ich anfangs unsicher, wie man Kritik so äußert, dass sie nicht demotivierend wirkt. Ich habe in der ersten Zeit häufig Kolleginnen und Kollegen um Rat gefragt. In dem Punkt hat mir BEAT viel gebracht.«

Die Schulungen brachten wichtige Antworten auf Fragen, wie Wissen allgemein und speziell in einem virtuellen Raum vermittelt wird, wie man konstruktiv Feedback gibt oder wie man Studierende zum Lernen motiviert. Auch Tipps gegen Schreibblockaden und zur digitalen Lehre hat Woischwill mitgenommen. »Zudem war das Grundwissen, wie man zum Beispiel eine Stunde aufbaut, für mich als angehende Lehrerin hilfreich.«

Und auch ihre Rolle als Mittlerin zwischen Studierenden und Lehrerenden thematisiert das Programm. »Wenn zum Beispiel ein Großteil der Studierenden eine Aufgabenstellung nicht verstanden hat – was für mich in den Texten deutlich wird – weise ich die Dozierenden darauf hin. So können diese im Seminar noch mal auf die Aufgabe eingehen«, sagt Woischwill. Sie legt großen Wert darauf, dass bei allen Gesprächen mit den Lehrenden keine Namen genannt werden. »Es herrscht in Bezug auf die Studierenden Vertraulichkeit.«

Seit dem Start des Programms haben laut Kathrin Ludwig rund 630 Personen die Workshops besucht. 160 Zertifikate wurden schon vergeben. Die Qualität der Maßnahmen wurde 2019 auch vom bundesweiten Netzwerk »Tutorienarbeit an Hochschulen« überprüft und anerkannt. Für noch mehr gute Nachrichten sorgte die CAU: BEAT hat sich als so erfolgreich erwiesen, dass die Kieler Uni nach Ablauf des PerLe-Projekts Ende Dezember 2020 die Qualifizierungsangebote für Tutorinnen und Tutoren im Geschäftsbereich Qualitätsentwicklung weiterführt.

Autorin: Jennifer Ruske

Weitere Informationen: www.perle.uni-kiel.de/de/quali/beat
 

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