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»Wir wollen Barrieren abbauen!«

Eddi Steinfeldt-Mehrtens
© Farah Claußen, Uni Kiel

Eddi Steinfeldt-Mehrtens

Prof. Manfred Wegner
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Prof. Manfred Wegner

Vielfalt gestalten: Das ist ein langfristiges Ziel der Universität Kiel. Um dieses zu erreichen, wurde Ende 2017 die Stelle eines_einer Diversitätsbeauftragen geschaffen. Diese zentrale und unabhängige Anlauf­person auf dem Campus bietet unter anderem Antidiskriminierungsberatung für Studierende und Promovierende zugunsten von mehr Chancengleichheit, Bildungsgerechtigkeit und Inklusion. Außerdem sollen bestehende Benachteiligungen und Barrieren in Studium, Lehre, Forschung, Weiterbildung und Verwaltung abgebaut werden. Nach Sandra Elstner hat seit Dezember 2018 Eddi Steinfeldt-Mehrtens, Soziolog_in mit dem Schwerpunkt Diversity Studies, den Posten inne. Auch die Fakultäten können eigene Diversitätsbeauftragte ernennen. Die Philosophische Fakultät wählte im Oktober 2018 Professor Manfred Wegner vom Institut für Sportwissenschaft in diese Position. Der Sportpsychologe, Mediator und psychologische Berater setzt sich unter anderem für den Behindertensport ein.

Warum braucht die Universität Diversitätsbeauftragte?

Eddi Steinfeldt-Mehrtens: Umfragen zeigen, dass Diskriminierung in allen Bereichen der Hochschule zu finden ist. Es gilt, für solche Themen zu sensibilisieren. Von einem respektvollen Umgang miteinander profitieren alle. Und dafür setzen wir uns gezielt ein.
Manfred Wegner: Wir wollen Ausgrenzungen und Vorurteile auf dem Campus minimieren. Oft entstehen Probleme aus Nichtwissen. Weil die Menschen zum Beispiel nicht mit Menschen mit Behinderungen vertraut sind und nicht wissen, wie sie miteinander umgehen sollen. Auf solche Dinge aufmerksam zu machen, zu beraten und damit Barrieren abzubauen, ist eine unserer Aufgaben. Wir wollen ein Bewusstsein für diversitätssensiblen Umgang miteinander schaffen.

Wie gehen Sie diese Aufgabe an?

Eddi Steinfeldt-Mehrtens: Wir sind beide noch frisch im Amt. Zunächst ist es wichtig, dass wir ein Netzwerk aufbauen, uns in allen Gremien und vor allem den Studierenden vorstellen, damit diese wissen, wo sie Hilfe bekommen können. Zudem sollen Aktionstage auf dem Campus das Beratungsangebot bekannter machen. 
Manfred Wegner: Eine weitere Aufgabe für mich ist, mögliche Benachteiligungen, die in Prüfungsordnungen oder Schriftstücken sichtbar sind, diversitätsneutral zu gestalten, zum Beispiel durch geschlechterneutrale Sprache.

Wer kann sich mit welchen Problemen an Sie wenden?

Eddi Steinfeldt-Mehrtens: Zu uns kann jede Person mit Fragen und Problemen kommen. Auch wer einfach nur unsicher ist, wie man sich in bestimmten Situationen oder bestimmten Menschen gegenüber verhalten soll. Alle Gespräche sind selbstverständlich vertraulich. 

Das Interview führte Jennifer Ruske

Kontakt (Termine nach Vereinbarung):

Eddi Steinfeldt-Mehrtens, 0431/880-7000antidiskriminierungsberatung@email.uni-kiel.de.
Manfred Wegner, mwegner@email.uni-kiel.de.

Barrierearme Lehre:

Die Handreichung »Barrierearme Lehre« vom Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) unterstützt alle Lehrenden der CAU auf dem gemeinsamen Weg hin zu einer inklusiveren Universität.
Handreichung Barrierearme Lehre (PDF)