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Rena Kristin Deppe in Tansania.
© Uni Kiel

Rena Kristin Deppe in Tansania.

Improvisation ist gefragt

Der Kieler Verein Rafiki hat im Dorf Mwika am Fuß des Kilimandscharo eine Sekun­darschule aufgebaut. Lehramtsstudierende der Kieler Uni können dort ihr Pflicht­praktikum ableisten. Rena Kristin Deppe berichtet über ihre Praktikums­erfahrungen an der Kiumako Secondary School.

 

Wie läuft der Unterricht in Tansania ab?

Anders als bei uns ähnelt der Unterricht eher einer Vorlesung. Als Lehrkraft arbeitet man viel mit Vor- und Nachsprechen. Gern werden auch Gesten verwendet, um das Gelernte zu veranschaulichen. Der Großteil der Unterrichtsmaterialien wird aus Deutschland gespendet, wie beispielsweise Klassensätze mit Atlanten für den Geographieunterricht. An Sekundarschulen soll der Unterricht ausschließlich auf Englisch stattfinden, deshalb können sich einige Schüler auch überraschend gut ausdrücken.

Gab es besondere Herausforderungen?

Na klar, allerdings fanden diese größtenteils abseits des Unterrichts statt. Es kann durchaus vorkommen, dass Strom oder Wasser mehrere Tage lang ausfallen. Damit muss man kreativ umgehen, aber mit der entsprechenden Einstellung und etwas Geduld findet man für jedes vorübergehende Problem eine Lösung. Als zukünftige Lehrkraft kann man viel von dem Improvisationstalent der Tansanier für den eigenen Unterricht mitnehmen.

Was haben Sie persönlich von dem Aufenthalt mitgenommen?

Ich habe persönlich unglaublich viel gelernt, besonders während der Interviews für meine Bachelorarbeit. Die Rolle der Frau hat sich in Mwika im Verlauf der letzten Generationen stark verändert. Ehefrauen sind zwar nach wie vor für den gesamten Haushalt zuständig, allerdings gehen heutzutage alle Mädchen zur Schule und können sich den Ehepartner selbst aussuchen.

Das Gespräch führte Eva-Maria Karpf