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Service für Hochbegabte

Ist mein Kind hochbegabt? Antworten auf diese Frage liefert die Beratungsstelle für Hochbegabungsdiagnostik MIND (Motivations- und Intelligenzdiagnostik) der Kieler Universität. Mindestens ebenso wichtig wie die Testung ist die begleitende Beratung.

Knobelaufgabe mit Symbolen
Grafik: pur.pur

Welche dieser Figuren setzt die Reihe fort?

Besondere Leistungen in der Schule, sehr schnelles Begreifen und großes Interesse an Fachwissen, manchmal auch Frust wegen der Unterforderung im Unterricht – das können Hinweise für eine mögliche Hochbegabung sein. Genauer lässt sich das durch verschiedene Verfahren herausfinden, mit denen der Intelligenzquotient ermittelt wird. Bei normal begabten Menschen liegt er bei 100. Übersteigt die Punkteskala einen IQ von 130, spricht man von einer Hochbegabung. »Rund zwei Prozent der Bevölkerung sind hochbegabt«, erklärt Dr. Steffani Saß. Die Diplom-Psychologin leitet die 2004 gegründete MIND-Beratungsstelle zusammen mit Professorin Friederike Zimmermann, Lehrstuhlinhaberin am Institut für Pädagogisch-Psychologische Lehr- und Lernforschung (IPL). Zu den schlauen Köpfen gehören Menschen mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen.

Die Psychologinnen des MIND-Teams der Kieler Universität untersuchen, wie begabt Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind. Dazu gibt es standardisierte, dem neusten wissenschaftlichen Forschungsstand entsprechende Tests, die manchen Knobelaufgaben in Zeitschriften ähneln. Zahlen- und Bildreihen ergänzen, geometrische Formen mit Würfeln nachlegen oder den Weg aus einem Labyrinth ins Freie finden gehören beispielsweise dazu. Ist das Kind gut im räumlichen Denken, beim sprachlichen Verständnis, beim logischen Schlussfolgern oder eher im Lösen von Knobelaufgaben? All das und mehr fragen die Psychologinnen durch eine Reihe von verschiedenen Rätsel- und Denksportaufgaben ab. Die werden von Mal zu Mal schwieriger, bei einigen kommt erschwerend eine Zeitbeschränkung hinzu.

Steffani Saß
© pur.pur

Leitet die MIND-Beratungsstelle: Steffani Saß.

»Wir testen zum größten Teil Schülerinnen und Schüler im Alter von 5,5 bis 14 Jahren«, erklärt Saß. Für die Eltern sind die Ergebnisse wichtig, um die richtige Schule mit den besten Fördermaßnahmen für ihr Kind zu finden oder ein Kind früher als üblich einschulen zu lassen. In manchen Fällen lassen sich Jugendliche und Erwachsene aus Eigeninteresse testen, die die Bescheinigung für eine Bewerbung benötigen oder Interesse daran haben, dem Hochbegabtenverein »Mensa« beizutreten. In diesen Fällen reiche unter Umständen ein Kurzgutachten. Für die ausführliche Diagnostik sollten die Probandinnen und Probanden Zeit mitbringen. Diese nimmt rund 3,5 Stunden in Anspruch.

Doch eigentlich geht es dem Team um Steffani Saß gar nicht so sehr darum, mit den Tests die genaue Höhe des Intelligenzquotienten (IQ) zu ermitteln, sondern darum, auf dessen Grundlage mit Eltern und Lehrkräften Fördermaßnahmen sowie Lernstrategien zu erarbeiten, mit denen das Kind in der Schule motivierter lernt. Vielleicht lässt sich auch ein Verein finden, in dem das Kind mit Gleichgesinnten in Kontakt kommt. »Am Wichtigsten ist es, etwas zu finden, das dem Kind gut tut«, betont Saß.

Das ist auch die Motivation für die weiteren Betätigungsfelder der MIND-Beratungsstelle. Neben Begabungsdiagnostik und Beratung bieten die Fachleute Workshops in Schulen, Fachvorträge und Vorlesungen an. Dabei arbeiten sie unter anderem mit dem Kooperationspartner IQSH, dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein, zusammen, um Lehrkräfte und Lehramtsstudierende zum Thema Hochbegabung und zur Förderung von Kindern zu schulen. Außerdem gibt es einige Forschungsprojekte rund um das Thema Hochbegabung.

Autorin: Jennifer Ruske

Beratungsstelle MIND

Die Beratungsstelle für Hochbegabungsdiagnostik MIND (Motivations- und Intelligenzdiagnostik) ist angegliedert an das Institut für Pädagogisch-Psychologische Lehr- und Lernforschung (IPL) der Uni Kiel. Das Team ist für ganz Schleswig-Holstein zuständig. Die Aufgaben sind Information, Beratung und Diagnostik für Eltern, Lehrkräfte und Kinder sowie für alle weiteren Personen mit Fragen zum Thema Hochbegabung, Intelligenz und Motivation. Die telefonische Beratung ist kostenfrei, für die Intelligenzdiagnostik und Beratung werden Gebühren erhoben. (JR)

Beratungsstelle MIND. Telefonsprechstunde: montags 16:30 bis 17:30 Uhr, donnerstags 10:30 bis 11:30 Uhr. Tel. 0431/880-1280.
E-Mail: mind@ipl.uni-kiel.de

www.mind.uni-kiel.de

Die richtige Antwort zum Symboltest lautet: b

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