unizeit Schriftzug

Mentoring für Wissenschaftlerinnen: Jetzt auch mit internationaler Ausrichtung

Unterstützung für die akademische Karriere an der CAU bietet das neue Mentoring-Programm via:mento_international. Das Programm richtet sich speziell an promovierte Wissenschaftlerinnen aus dem Ausland.

Diskutierende Personen an einem Tisch
© Jolan Kieschke (Archivbild)

Ein Baustein im Mentoring-Programm via:mento_international sind die Netzwerktreffen mit Projektleiterin Marta Chiarinotti (Mitte). Diese finde Corona-konform derzeit online statt.

Fremde Sprache, fremde Kultur, anfangs vielleicht wenig Kontakte: Frauen, die im Ausland beruflich erfolgreich sein wollen, haben es mit besonderen Herausforderungen und Chancen zu tun. Gute Unterstützung in der neuen Situation bietet ihnen via:mento_international. Im Dezember 2020 ist das Mentoring-Programm für promovierte Wissenschaftlerinnen an der CAU gestartet. Es ermöglicht auch nicht deutschsprachigen Akademikerinnen, ihre Berufsziele gezielter zu planen und zu erreichen.

via:mento_international ist die neue englischsprachige Programmlinie des erfolgreichen Mentoring-Programms via:mento. »Das deutschsprachige via:mento-Programm wurde vor zehn Jahren an der CAU ins Leben gerufen, um promovierte Akademikerinnen durch individuelles Mentoring bei der Karriereplanung zu beraten und zu begleiten«, erklärt Doktorin Marta Chiarinotti, Projektleiterin von via:mento_international. Beide Programme richten sich an Frauen, die nach der erfolgreichen Promotion ihre wissenschaftliche Karriere fortsetzen und eine wissenschaftliche Laufbahn anstreben. Erklärtes Ziel ist, den Anteil von abgeschlossenen Habilitationen an der Kieler Universität zu steigern und damit für Geschlechtergerechtigkeit im akademischen System zu sorgen. Das Programm via:mento_international wird in der Anfangsphase durch das Professorinnenprogramm von Bund und Ländern gefördert.

Denn Frauen sind in der Wissenschaft immer noch unterrepräsentiert. Zwar machen mehr Schülerinnen als Schüler das Abitur, genauso viele Frauen wie Männer fangen an zu studieren und promovieren. »Doch nach der Promotion verlassen überdurchschnittlich viele Frauen die Wissenschaft.« Das ist auch an der CAU so. Derzeit sind an der Kieler Universität lediglich 24 Prozent aller Professuren mit Frauen besetzt (Stand: Dezember 2020).

Während sich das via:mento-Programm an deutschsprachige Wissenschaftlerinnen der Kieler Universität richtet, spricht via:mento_international gezielt Frauen an, die entweder aus dem Ausland neu nach Kiel kommen oder die einen längeren Auslandsaufenthalt planen. »Die neue Programmlinie ist international ausgerichtet. Ein Schwerpunkt liegt sowohl auf interkulturellen Kompetenzen als auch auf Drittmittelakquise. Workshops, Netzwerkaktivitäten und Mentoring finden auf Englisch statt«, erklärt Chiarinotti.

Das zweijährige Programm startete mit der digitalen Auftaktveranstaltung zum gegenseitigen Kennenlernen und einer Einführung mit besonderem Fokus auf der Gestaltung der Mentoring-Beziehung. Eine der zwölf teilnehmenden Wissenschaftlerinnen, die alle aus verschiedenen Nationen stammen, ist Dr. Siren Rühs vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. »Ich bin glücklich, die Chance bekommen zu haben, als Mentee an via:mento_international teilzunehmen«, betont Rühs. »Das Programm bietet ein für mich einzigartiges Netzwerk und spezifische Unterstützung. Darüber hinaus schafft die neue internationale Programmlinie die Möglichkeit, internationale Kooperations- und Beschäftigungsmöglichkeiten besser zu verstehen und zu nutzen. Das ist für mich in meiner jetzigen Situation sehr hilfreich, da ich in Deutschland studiert und promoviert habe, nun aber in der Postdoc-Phase gern noch einmal Auslandserfahrung sammeln würde.«

Im Mittelpunkt bei via:mento_international steht – wie auch bei via:mento –das individuelle Mentoring. Renommierte internationale Fachleute aus allen Bereichen von Universität, Wissenschaft und Forschung engagieren sich als Mentorinnen und Mentoren und beraten und begleiten die promovierten Wissenschaftlerinnen (Mentees) einzeln im Tandem bei der Planung und Umsetzung ihrer Karriereschritte. Parallel zum Mentoring erhalten die Mentees von CAU-Fachleuten sowie externen Expertinnen und Experten vielfältige karriererelevante Informationen zum Beispiel über das deutsche akademische System, Drittmittelmöglichkeiten und anderes mehr. Die gegenseitige Unterstützung der Mentees wird durch das Peer-Mentoring in kleinen kollegialen Gruppen gesichert. Die Mentees absolvieren Trainings zu überfachlichen Kompetenzen wie Berufungsverfahren oder Führung. »Gemeinsam entsteht so ein großes Netzwerk von Frauen, die sich idealerweise auch über das Ende der Programmlaufzeit hinaus unterstützen können«, so Chiarinotti.

Autorin: Jennifer Ruske

Weitere Informationen: www.mentoring.uni-kiel.de

unizeit-Suche:

In den unizeit-Ausgaben 27-93 suchen