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100 Jahre Volksabstimmung über die deutsch-dänische Grenze

Einladung zur Lorenz von Stein Gedächtnisvorlesung 2019

Im Jahr 1920 entschieden knapp 182.000 Bürgerinnen und Bürger über die Grenzziehung zwischen Deutschland und Dänemark. Seit 1864 war Schleswig-Holstein preußische Provinz, eine Folge des Deutsch-Dänischen Krieges. Dabei sah der Prager Friedensvertrag von 1866 zunächst die Möglichkeit vor, die Bevölkerung Nordschleswigs über einen möglichen Anschluss an Dänemark abstimmen zu lassen. Die sogenannte „Nordschleswig-Klausel“ wurde jedoch 1878 durch einen Vertrag zwischen Preußen und Österreich gestrichen. Erst nach dem Ersten Weltkrieg und der damit verbundenen territorialen Neuordnung des deutschen Staatsgebietes wurde im Friedensvertrag von Versailles erneut eine Volksabstimmung für den nördlichen Teil Schleswigs festgeschrieben. 100 Jahre Volksabstimmung stehen nun im Fokus der diesjährigen Lorenz von Stein Gedächtnisvorlesung, die das Lorenz-von-Stein-Institut für Verwaltungswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) am 15. November veranstaltet. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Eine Anmeldung bis 7. November ist notwendig.

Zwischen Februar und März 1920 fand in Folge die Volksabstimmung in zwei Zonen statt: Zone 1 stellte die bevölkerungsstärkere dar und umfasste das mehrheitlich dänisch besiedelte Nordschleswig; Zone 2 umfasste das heutige nördliche Südschleswig. Während knapp 74 Prozent der Bevölkerung in Zone 1 für einen Anschluss an Dänemark stimmte, entschieden sich etwa 80 Prozent der Abstimmungsberechtigten für einen Verbleib in Deutschland. Am 15. Juni 1920 erfolgte die Abtretung Nordschleswigs an Dänemark und der Tag ging als „Genforeningsdag“ (Wiedervereinigungstag) in das nationale Gedächtnis des nordeuropäischen Königreichs ein.

2020 jährt sich diese Volksabstimmung über die Grenzziehung zwischen Deutschland und Dänemark zum 100. Male. Dabei ist das Ereignis in Deutschland und auch in Schleswig-Holstein weitgehend in Vergessenheit geraten. In Dänemark gehört es hingegen zum festen und weitgehend noch memorierten Kanon des nationalen Geschichtsbewusstseins.

Im Rahmen der Lorenz von Stein Gedächtnisvorlesung 2019 wird Dr. Jan Schlürmann, Referent im Schleswig-Holsteinischen Landtag, nicht nur das Ereignis und seine Vorgeschichte darstellen, sondern auch der Frage nachgehen, welchen Veränderungen und Missbräuchen das Prinzip des Plebiszits (Volksabstimmung) nach 1920 in der deutschen und europäischen Geschichte unterlag.

Programm

  • 18.30 Uhr
    Begrüßung durch Klaus Schlie, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Landtages, Vorsitzender der Lorenz von Stein-Gesellschaft, sowie durch Prof. Dr. Utz Schliesky, Geschäftsführender Vorstand Lorenz-von-Stein-Institut
  • 18.45 Uhr:
    Vortrag: „100 Jahre Volksabstimmung über die deutsch-dänische Grenze – Geschichte und Gegenwart einer Grenzfestlegung durch Plebiszit“ von Dr. Jan Schlürmann, Referent im Schleswig-Holsteinischen Landtag

Über den Referenten:

Jan Schlürmann ist 1974 in Flensburg geboren. Er wurde 2004 im Bereich Neuere Geschichte promoviert, war von 2004 bis 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter in Kiel (Landesgeschichte, nordeuropäische Gesichte) und 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter in Greifswald. Seit 2010 ist er Referent im Schleswig-Holsteinischen Landtag und von 2012 bis 2014 zugleich Studienleiter der Hermann Ehlers Akademie.

Das Wichtigste in Kürze

  • Was: Lorenz von Stein Gedächtnisvorlesung 2019
  • Wann: Freitag, 15. November 2019, 18.30Uhr
  • Wo: Ausstellungsraum der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek, Erdgeschoss des Sartori & Berger-Speichers, Wall 47/51, 24103 Kiel
  • Anmeldung: Um Anmeldung bis zum 7. November 2019 wird gebeten per E-Mail an institut@lvstein.uni-kiel.de oder unter
    0431/880-4542.

Kontakt

Carolin Hagenah
chagenah@lvstein.uni-kiel.de
0431 880-3481

Redakteurskontakt

Daniel Mumme
Press, Digital and Science Communication