Archäologisches Kolloquium: Neue Ergebnisse zur Landwirtschaft und Ernährung während der Bronze- und Eisenzeit in der Niederrheinischen Bucht

Inhalt:

Die Lössbörden in der Niederrheinischen Bucht zählen zu den fruchtbarsten Landschaften in Mitteleuropa und werden seit der Jungsteinzeit ununterbrochen von bäuerlichen Gesellschaften bewohnt und bewirtschaftet. Da im Vorfeld der hier durchgeführten Braunkohlentagebaue seit Jahrzehnten fortwährend Ausgrabungen stattfinden, ist diese Region archäologisch außerordentlich gut untersucht. Während dieser Ausgrabungen werden neben archäologischen Funden auch fortwährend Proben für archäobotanische Untersuchungen geborgen.

Im Rahmen einer umfassenden Studie war es möglich, verkohltes Pflanzenmaterial aus 66 bronze- und eisenzeitlichen Siedlungen zu analysieren. Diese Untersuchung erbrachte neue Erkenntnisse über die Landwirtschaftsgeschichte und Ernährung in den letzten zwei vorchristlichen Jahrtausenden. Im Fokus der archäobotanischen Auswertung standen verschiedene Aspekte: Die Veränderung des Kulturpflanzenspektrums, der Nachweismöglichkeit und die Bedeutung der Getreideverarbeitung, die standörtlichen Bedingungen der genutzten Wirtschaftsflächen, die Intensität der Bodenbearbeitung, die Erntemethode und die Differenzierung von für die verschiedenen Getreidefelder spezifischen Unkräuter inklusive der daraus abzuleitenden Anbauregime. Letztlich war für die Untersuchungsregion eine Verknüpfung der archäobotanischen Resultate mit den archäologischen Ergebnissen zur Siedlungsentwicklung möglich.

Dozentin:

Dr. Tanja Zerl -  Köln

Das Wichtigste in Kürze:

  • Was: Archäologisches Kolloquium
  • Veranstaltet durch: Institut für Ur- und Frühgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
  • Wann: Ab 06. Mai, montags, 18:30 bis 20:30 Uhr
  • Wo: Johanna-Mestorf-Hörsaal (Johanna-Mestorf-Straße, Eingang 4, Raum 28)

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