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Christian–Albrechts–Universität zu Kiel
Institut für Medizinische Informatik und Statistik
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Cluster Labore

Im Hinblick auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse während der ersten Förderperiode des Exzellenzclusters mit der unerwartet großen Anzahl von neu identifizierten Krankheitsgenen wurde der bisherige lineare Forschungsansatz, von den Genen über die Proteinstruktur und evolutionäre und funktionelle Annotierung hin zum Patienten, verändert. Die neue Struktur reflektiert einen dynamischeren und stärker kompetitiven Ansatz, der interdiziplinäre Forschungsansätze fördert.

Cluster-Labore (CL VII-XIII) sind technologie-gestützte Denkfabriken, die Wissen, Lehre, wissenschaftliche Technologieentwicklung, Expertise und wissenschaftlichen Raum für die Forschung zur Verfügung stellen. Aber sie sind nicht nur dafür gedacht, unterstützende Leistungen anzubieten, sondern sollen sich aktiv an der Forschung beteiligen und so Ankerpunkte für interdisziplinäre und kollaborative Projekte bieten. Cluster-Labore decken strategisch zentrale, technologie-intensive Forschungsfelder des Clusters ab und verknüpfen Expertisen aus folgenden Forschungsrichtungen: Immunophänotypisierung an Menschen, Hochdurchsatz Genotypisierung und Sequenziertechnologien der neuesten Generation, Epidemiologie, Mausmodelle und interdisziplinäre Phänotypisierung von Patienten sowie das Design von Klinischen Studien (CCIM).

CL XI Epidemiologie 

Das Cluster-Labor XI basiert auf der Biobank popgen und führt Populationsstudien im Rahmen des strengen (und geprüften) popgen-Datenschutzkonzepts durch. Es wird seine gegenwärtigen Ansätze zum epidemiologischen Studiendesign und zur Abschätzung der Umweltexposition für eine gemeinsame Nutzung im Cluster weiterentwickeln und sich dabei auf die Analyse von Gen-Gen- und Gen-Umwelt-Interaktionen konzentrieren. Dabei wird CL XI familienbasierte, prospektive Studien mit allen Verwandten ersten Grades von Patienten mit entzündlichen Barriereerkrankungen durchführen, die bereits in popgen registriert sind. Morbus Crohn wird aufgrund seiner starken genetischen Risikokomponente und dem Ausbruch im jungen Alter zum vielversprechendsten Ansatzpunkt für weitere Forschungen. Familienbasierte, prospektive Studien erlauben eine effizientere Identifizierung der genetischen und umweltbedingten Krankheitsauslöser.

Hauptaufgabe dieses Cluster-Labors ist es, einen Rahmen für die Bewertung von genetischen und umweltabhängigen Daten in Zusammenarbeit mit den klinischen Partnern zu schaffen. Das Labor bietet: (1) die Entwicklung und Implementierung von Methoden zur Generierung von Daten/Biomaterial für Studien zur Umweltexposition, (2) Rekrutierung von Verwandten ersten Grades (Verwandtschaftskohorten) von Patienten mit entzündlichen Barriereerkrankungen, die bereits an popgen-Studien teilnehmen oder teilgenommen haben, (3) eine Struktur für langfristige Nachfolgestudien in den familienbasierten Kohorten zu Krankheitshäufigkeit und Risikomarkern für die Früherkennung und (4) methodische Expertise bei statistischen Algorithmen für die molekular-epidemiologische Analyse von Gen-Gen- und Gen-Umwelt-Interaktionen bei Entzündungskrankheiten.