CAU Logo
Christian–Albrechts–Universität zu Kiel
Institut für Medizinische Informatik und Statistik
Logo
english

Nationales Genomforschungsnetz (NGFN)

Die Erforschung, welche Gene bei welchen Krankheiten eine Rolle spielen und wie sich diese Erkenntnisse für die Entwicklung neuer Therapien nutzen lassen, bedarf der Vernetzung von Wissenschaftlern aus den unterschiedlichsten Disziplinen und Einrichtungen. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierte Nationale Genomforschungsnetz (NGFN), hervorgegangen aus dem Deutschen Humangenomprojekt, verfolgt genau dieses Ziel. Seit der Jahrtausendwende arbeiten hier hunderte Arbeitsgruppen aus führenden deutschen Forschungseinrichtungen zusammen, um genetische Ursachen von Krankheiten besser zu verstehen und Erkenntnisse aus der Forschung in die klinische Praxis zu überführen. Sie haben sich dabei vor allem auf jene Krankheiten konzentriert, die aufgrund ihrer weiten Verbreitung von besonderer gesundheitspolitischer Relevanz sind. Dazu zählen Krebs, Herz- und Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Erkrankungen des Nervensystems. Zu all diesen "Volkskrankheiten" gab es im bisherigen NGFN ein Netzwerk, das Forscher effizient zusammenbrachte, um die Rolle der Gene bei der Entstehung der Krankheit aus allen Perspektiven der Genom- und Proteomforschung intensiv zu beleuchten.

Im Jahr 2008 hat das BMBF zwei neue Förderinitiativen ins Leben gerufen, die verstärkt anwendungsorientierte Projekte unterstützen sollen: NGFN-Plus und NGFN-Transfer. Diese Initiativen haben zum Ziel, molekulargenetische Erkenntnisse aus der medizinischen Genom- und Proteomforschung in die medizinische Praxis zu überführen - sei es in Form neuer Medikamente und Therapien oder als verbesserte Diagnose- und Früherkennungsverfahren.

Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten beide Initiativen eng zusammen.


NGFN-Plus: Krankheitsbezogene Genomforschung

Im NGFN-Plus beschäftigen sich "Integrierte Verbünde (IG)" mit der Identifizierung, Validierung und Funktionsanalyse von krankheitsassoziierten Genen und Eiweißen und verifizieren diese mithilfe von Populationsstudien. Diese krankheitsbezogenen Netzwerke sind interdisziplinär aufgestellt, integrieren medizinisch orientierte und systematisch-methodische Ansätze und beschränken sich nicht auf ein einziges Krankheitsgebiet.

NGFN-Transfer: Von der Forschung in die Klinik 

Parallel zum NGFN-Plus verfolgt das NGFN-Transfer das Ziel, Wissenschaft und Wirtschaft stärker miteinander zu vernetzen und den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis zielgerichteter als bisher voranzutreiben. Unter dem Dach so genannter "Innovationsallianzen der medizinischen Genomforschung (IA)" finden sich sowohl Hochschulen als auch forschende Unternehmen zusammen, um die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen in einer gemeinsamen Struktur zu organisieren und so den Übergang zwischen Forschung und Industrie zu vereinfachen.