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Der akademischen Philosophie mit dem Zuständigkeitsbereich für "weltanschauliche Fragen" wurde im "Dritten Reich" ein besonderer Stellenwert beigemessen. Noch im Jahr 1933 erschien in Kiel eine Vortragssammlung mit dem Titel "Die Stellung der Natur- und Geisteswissenschaften in der neuen Universität und die Aufgabe ihrer Fachschaften". In diesen Vorträgen erörterten der damalige Rektor der Christian-Albrechts-Universität, Professor Lothar Wolf, und der Historiker Professor Carl Petersen die Idee einer "politischen Universität" mit der Philosophischen als "Kernfakultät".

Die Professoren Stenzel und Kroner waren 1933 und 1934 anhand des "Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" – im Falle Kroners auf Druck durch Teile der Studentenschaft – vom Philosophischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel entfernt worden. Ihre Nachfolger trieben die Instrumentalisierung der Philosophie im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie voran.

Den Lehrstuhl Stenzels übernahm Professor Kurt Hildebrandt, der seit 1933 Mitglied der NSDAP, des NSLB (Nationalsozialistischer Lehrerbund) und NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt) war. Hildebrandt hatte sich schon in den Zwanziger Jahren durch Vorträge wie "Staat und Rasse" und "Rassenhygiene und geistige Erziehung" hervorgetan.

Auch der Nachfolger Kroners, Professor Ferdinand Weinhandl, hatte schon seit Mitte der Zwanziger Jahre auf Vorträgen nationalsozialistische Ideen vertreten. 1929 wurde er Fachschaftsleiter des "Kampfbundes für deutsche Kultur", 1933 Mitglied verschiedener nationalsozialistischer Organisationen – neben der NSDAP und des NSLB auch der SA, wo er später "Sturmmann" und "Referent für weltanschauliche Schulung" war. Wie auch Hildebrandt argumentierte Weinhandl in Vorträgen und Veröffentlichungen mit Schlagwörtern wie"Rasse", "Führer", "geistige Kultur" und "Deutschtum".

Der Lehrkörper am Philosophischen Seminar umfasste neben Hildebrandt und Weinhandl 1935 auch den gegen seinen Willen an das Seminar versetzten Theologen Professor Hermann Mandel. Die Professoren Johannes Wittmann und Karlfried Graf von Dürckheim-Montmarin, beide seit 1933 Mitglieder der NSDAP und weiterer NS-Organisationen, hatten ebenfalls Lehraufträge.

Nicht nur der Lehrkörper, auch der Lehrplan wurde der nationalsozialistischen Ideologie angeglichen: So gab es ab dem Wintersemester 1933/34 die neue Rubrik "Nationalpolitische Vorlesungen und Uebungen", in deren Rahmen Veranstaltungen wie "Die philosophischen Grundlagen der nationalsozialistischen Weltanschauung" stattfanden. Mandel bot unter anderem die Vorlesungen "Religionsgeschichte in rassischer Sicht" (Sommer 1936) sowie "Das Christentum im Licht rassenkundlicher Geistesgeschichte für Hörer aller Fakultäten" (Sommer 1937) an.
sas




Literaturangaben

Alwast, Jendris: Akademische Philosophie im "Dritten Reich" und ihr Beitrag zur Normalisierung von Inhumanität". In: Prahl, Hans-Werner u.a. (Hrsg.): Uni-Formierung des Geistes. Universität Kiel und der Nationalsozialismus, Bd. 2. Kiel 2007, S. 8-59.



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