Suchen Sitemap Kontakt Impressum | Schüler + Studieninteressenten | Wirtschaft | Presse | Alumni + UG | CAU Intern

Zur Startseite

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Universität Kiel und Nationalsozialismus

Nationalsozialismus

Machtergreifung

Lehrerbildung

Vertriebene Wissenschaftler

Hermann Hillmann

Aufarbeitung

Weitere Arbeiten

Hinweise

zur Druckfassung


Hermann Christian Hillmann

geb. 24. Dezember 1910 in Kiel; gest. 24. Oktober 1990 in Windermere/GB
Einrichtung: Student der Ökonomie


Der gelernte Tischler Hermann Christian Hillmann holt 1931 sein Abitur an der Karl-Marx-Schule in Berlin nach, bevor er sich an der Kieler Universität immatrikuliert. Dort wird er als Hilfskraft am "Institut für Weltwirtschaft und Seeverkehr" eingestellt, wo er an der Erstellung der Deutschen Hochschulstatistik mitarbeitet. Ab 1932 ist Hillmann dann Assistent von Gerhard Colm, Professor für Wirtschaftliche Staatswissenschaften. Neben seinem Studium engagiert er sich von 1932 bis 1933 in der "Sozial-Demokratischen Studenten-Organisation", wird sogar deren Präsident. Die Organisation arbeitet mit Gewerkschaften zusammen und organisiert unter anderem Fortbildungslager für arbeitslose Jugendliche.

Im April 1933 verliert Hillmann auf Grund seiner Arbeit in der "Sozial-Demokratischen Studenten-Organisation" und der Tätigkeit für Professor Colm, der nach dem "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums"(BBG) als Jude gilt, seine Stelle. Er wird von den Nazis für vier Monate in ein Umerziehungslager gesteckt, worauf der 24-jährige 1934 nach Schottland emigriert. In St. Andrews nimmt er sein Studium wieder auf, das er 1935 mit einem "Master of Arts" abschließt.

Nach seinem Examen findet er nicht sofort eine Anstellung und verbringt zwei Monate in einem Arbeitslosenlager. Im Herbst 1935 wird er schließlich "economic investigator" an der Dundee School of Economics und ab 1936 Assistent an der Universität Manchester. 1940 nimmt Hillmann die britische Staatsbürgerschaft an und erhält einen Posten in einem regierungsnahen Planungsstab, den der britische Historiker Arnold Toynbee leitet. Während des Krieges erhält er die Aufgabe, sich mit ökonomischen Problemlösungen für ein besetztes Deutschland zu befassen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrt Hillmann nicht nach Deutschland zurück. Er bleibt stattdessen in England, wo er an verschiedenen Universitäten wissenschaftlich tätig ist.
ba


Literaturangaben

Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.
Keyserlingk, Robert: Arnold Toynbee’s Foreign Research and Press Service. 1939-43 and its Post-war Plans for South-east Europe. In: Journal of Contemporary History 21 (1986), S. 539-558.
DBA = Deutsches Biographisches Archiv [im Campusnetz der Universität Kiel online (22.4.2008)].



Zuständig für die Pflege dieser Seite: Pressestelle der Universität   ► presse@uv.uni-kiel.de