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Nr. 30, 28.05.2005  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE 

Prof. Thomas Roeder

Grundlagen der Fettleibigkeit


Die Fruchtfliege (Drosophila melanogaster) und der Fadenwurm (Caenorhabditis elegans) haben es Biologen auf der ganzen Welt angetan. Sie sind die idealen Versuchstiere insbesondere für die Molekularbiologie, da sie sehr übersichtlich strukturiert sind. Dadurch kann man an ihnen wunderbar das Nerven- oder Immunsystem analysieren. Zudem können hier mit vergleichbar geringem Aufwand Gene manipuliert werden, um deren Funktion im Detail zu untersuchen. Gleichzeitig haben diese einfachen Tiere mit dem Menschen sehr viel gemeinsam. Bei seiner Forschung am Fadenwurm hat Professor Thomas Roeder zum Beispiel ein Hormonsystem identifiziert und charakterisiert, das unserem adrenergen System entspricht. Das adrenerge System steuert beim Menschen durch die Hormone Adrenalin und Noradrenalin viele Stoffwechselvorgänge, aber auch Aggressivität und Verhalten.

»Wir haben ein entsprechendes System beim Fadenwurm entdeckt«, so Roeder. »Wenn man dieses System bei den Tieren herunterfährt, indem man bestimmte Gene ausschaltet, dann führt das dazu, dass die Würmer weniger aktiv sind und eine ausgeprägte Fettleibigkeit zeigen. Die gleichen Effekte kann man auch durch die Gabe von bestimmten Substanzen hervorrufen, die beim Menschen die Wirkung von Adrenalin blockieren.« Mit Hilfe dieses Modells könne man die Grundlagen der Fettleibigkeit untersuchen und Ansätze zur Behandlung prüfen. Auch für die Parkinsonsche Erkrankung hat der Kieler Zoologe ein Modell weiter etabliert, das für die Arzneimittelforschung hilfreich sein könnte.
Thomas Roeder, 43 Jahre. Seit Dezember 2004 Professor für Zoologie an der CAU. Geboren in Hamburg. Biologie- und Physik-Studium an der Universität Hamburg. 1991 Promotion und 2000 Habilitation an der Universität Hamburg. Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Würzburg. 2003/2004 Forschungsdozentur des Stifterverbandes der Deutschen Wirtschaft an der Universität Marburg.
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