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Nr. 35, 08.04.2006  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE  Feedback 

Das Leben nach dem Sport

Spitzensportler brauchen viel Zeit für ihre sportliche Karriere. Gleichzeitig müssen sie sich eine berufliche Grundlage für das Leben nach dem Sport schaffen. Die Universität Kiel unterstützt sie dabei.


Die Kieler Universität schafft gute Studienbedingungen für Spitzensportler, damit die international erfolgreichen Surfer, Segler oder Beachvolleyballerinnen neben der sportlichen Karriere auch die berufliche Qualifikation vorantreiben können. Foto: Tanja Brünger

Etwa 25 Spitzensportler (Mitglieder der A-, B- und C-Kader der Spitzenverbände des Deutschen Sportbundes) studieren zur Zeit an der Kieler Universität, unter ihnen viele international erfolgreiche Athleten. Die Beachvolleyballerinnen Okka Rau und Steffi Pohl zählen dazu, der Surfer Toni Wilhelm oder der Segler Hannes Peckolt.

Selbst große internationale Erfolge führen aber nur in Ausnahmefällen dazu, dass die Sportler nach der Karriere vom Sport leben können. Deswegen sollten sich die Athleten schon während ihrer aktiven Laufbahn Gedanken über die berufliche Zukunft machen. Da in der Regel viel Zeit ins Training und in Wettkämpfe investiert wird, fällt es den Aktiven oft schwer, die berufliche Ausbildung im Auge zu behalten. Unterstützung bekommen sie von der Kieler Universität, die auf Initiative des Sportzentrums 2004 vom Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband (adh) zur offiziellen »Partnerhochschule des Spitzensports « erklärt wurde. Nun wurden mit einer Kooperationsvereinbarung weitere Partner ins Boot geholt, die den Sportlern mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Neben dem Studentenwerk Schleswig-Holstein zählt auch der Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein zu den Kooperations-Partnern. Dort arbeitet Britta Herrschaft als Laufbahnberaterin: »Oft brauchen die Sportler ganz konkrete Informationen: Wann enden Bewerbungsfristen, wie stelle ich einen Härtefallantrag, welche Ersatzleistungen muss ich bringen, wenn ich Prüfungen versäume?« Die Aufgaben der Laufbahnberaterin sind vielfältig und bei jedem Athleten unterschiedlich: »Zu meinen Aufgaben gehört unter anderem, dass ich auf die Suche nach Praktikumsstellen gehe oder bei Personalchefs für unsere Sportler werbe. Viele schätzen die Leistungsbereitschaft und Disziplin von Spitzensportlern und sind bereit, ihnen entgegenzukommen. Wenn die Termine des Athleten und der Uni kollidieren, weil er sich zum Beispiel für einen Wettkampf im Ausland aufhält, kann ich vermitteln. Oft lässt sich eine individuelle Lösung finden.« Das Kooperationsabkommen sieht vor, die Bedingungen für Spitzensportler an der Universität Kiel weiter zu verbessern. So soll ein Netzwerk aus persönlichen Mentoren geschaffen werden, die die Sportler unterstützen. Auch die Vergabe individueller Prüfungs­termine soll möglich gemacht werden.

Das Studentenwerk hält bis vier Wochen vor Vorlesungsbeginn fünf Wohnheimplätze für studierende Spitzensportler bereit. Die Maßnahmen sollen die logistischen Hürden für Spitzensportler so klein wie möglich halten, erklärt Professor Gerhard Fouquet, Prorektor der CAU: »Wir wollen, dass gut qualifi­zierte Athleten auch nach der sportlichen Karriere eine Zukunft haben, im Management, in der Medizin oder anderswo.« (js)
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