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Nr. 35, 08.04.2006  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE  Feedback 

Kunst-Musik

Das Forum für zeitgenössische Musik am Musikwissenschaftlichen Institut informiert über Komponisten neuer Musik in Schleswig-Holstein und ihre Werke.


Ausschnitt aus der Komposition »An den Rändern des Maßes« von Gerald Eckert

Dass der Norden ein guter Ort für zeitgenössische Musik ist, hat das Festival »chiffren. kieler tage für neue musik« im Februar gezeigt. Das Festival im KulturForum und in der Stadtgalerie Kiel mit fünf Konzerten und zwei Workshops war ein sensationeller Publikumserfolg. Darüber freut sich auch der Leiter des Forums für zeitgenössische Musik am Musikwissenschaftlichen Institut der CAU, Dr. Friedrich Wedell, der von Anfang an in die Planung des Festivals einbezogen war. Wedell setzt sich bereits seit drei Jahren gemeinsam mit Studierenden dafür ein, zeitgenössische Musik aus Schleswig-Holstein einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Der Musikwissenschaftler knüpft damit an eine lange Tradition an: Von 1929 bis 1933 gab es an der CAU eine »Arbeitsgruppe für Neue Musik« sowie von 1957 bis 1994 einen »Arbeitskreis für Neue Musik«. Wie seine Vorgänger möchte Wedell mit dem Forum für zeitgenössische Musik zwischen Komponisten, Musikern, Publikum und Wissenschaft vermitteln und den Zugang zur zeitgenössischen Musik, ihren Problemen und ihrer geschichtlichen Entwicklung erleichtern.

»Wir wollen ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass auch in Schleswig-Holstein Komponisten leben, einige sogar von großer Bedeutung, und dass auch hier neue Musik gemacht wird«, so Wedell. Auf einer Internetseite tragen Wedell und seine studentischen Mitstreiter Informationen über in Schleswig-Holstein lebende oder aus dem Lande stammende Komponisten und ihre Werke zusammen. Daneben bauen sie ein Archiv mit Noten und Tonträgern von Werken der in der Datenbank erfassten Komponisten auf. Und weil die eigenwilligen Kompositionen häufig der Erläuterung bedürfen, organisiert das Forum auch Vorträge im Videostudio der Kunsthalle zu Kiel. Wedell: »Wir laden Komponisten ein, über ihre Arbeit zu sprechen, und Musikwissenschaftler, die über allgemeine Themen der neuen Musik referieren. Diese Vorträge sind sehr wichtig, weil sie die Koordinaten angeben, in denen wir uns bewegen. Wir wollen ja nicht eine regionale Musikauffassung propagieren, sondern das, was hier im Lande geschieht, im Kontext dessen sehen, was überhaupt in neuer Musik gemacht wird.« In diesem Semester sind zwei Vorträge geplant. Am 26. April wird Robert Krampe aus Lübeck über seine Erfahrungen als zeitweiliger Mitarbeiter eines der bedeutendsten Komponisten unserer Zeit sprechen: »Hans Werner Henze zum 80. Geburtstag. Einblicke eines jungen Komponisten in Leben und Werk Henzes«. Am 14. Juni hält Stefan Fricke aus Berlin einen Vortrag mit dem Thema: »Neue Musik in den Niederlanden«.

Das Vermitteln sieht Wedell als wichtigste Aufgabe des Forums an. Dabei hat er insbesondere auch Musikschulen und Musikensembles im Visier. »Wir haben schon Anfragen bekommen nach Werken etwa für ein Streichorchester. Da vermitteln wir den Kontakt mit dem Komponisten. Es ist so, dass in Schubladen tatsächlich sehr viel Musik liegt, von der einige Werke noch nicht einmal uraufgeführt worden sind.« Eine Suchfunktion auf der Internetseite des Forums ermöglicht eine gezielte Suche von Werken nach Instrumenten, Besetzung, Dauer und Entstehungsjahr. Unterstützung erhielt das Forum bisher durch Fördermittel von der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein sowie durch die Geschäftsstelle des Landesmusikrats, die Verwaltungstätigkeiten übernahm. Um die Institution auf feste Beine zu stellen und eine nachhaltige Förderung zu sichern, bereitet das Forum zusammen mit dem Musikwissenschaftlichen Institut die Gründung eines gemeinnützigen Vereins vor. Hierfür sucht Wedell noch Gründungsmitglieder auch außerhalb der Universität. (ne)

Informationen:
Dr. Friedrich Wedell, wedell@musik.uni-kiel.de, Telefon 0431-2059966
www.komponisten.kulturnetz-sh.de
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