CAU - Universität Kiel
Sie sind hier: StartseitePresseUnizeitNr. 35Seite 7
Nr. 35, 08.04.2006  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE  Feedback 

Andere Länder – andere Krankheiten

Bei Reisen in tropische oder subtropische Länder lauern vielfältige Gefahren für die Gesundheit. Worauf man achten muss und wie man sich schützen kann, darüber informiert eine wissenschaftliche Weiterbildung an der CAU.


Wer exotische Länder besucht, sollte sich nicht zu kurzfristig entscheiden – wegen der Gesundheitsvorsorge. Zur richtigen Reise­vorbereitung bietet die CAU ein Seminar an. Foto: pur.pur

Bei Reisen in ferne Länder denkt man oft an Malaria, Gelbfieber und dergleichen. Manchmal sind es aber ganz banale Dinge, mit denen man in exotischen Ländern überhaupt nicht rechnet. »Es sind nicht wenige, die dem Tsunami im Indischen Ozean Ende 2004 entkommen waren und dann an den Folgen einer Tetanus-Infektion starben«, berichtet Dr. Eckhard Westphal vom Institut für Immunologie. Der Infektionsexperte informiert bei der Weiter­bildungs­veranstaltung »Gesund und fit für den Aufenthalt in exotischen Ländern« am 29. April über die Chancen und Risiken der medizinischen Vorsorge. Ein Thema hierbei sind natürlich Impfungen. Diese Impfungen sind nicht nur für den persönlichen Schutz wichtig, sie werden in einigen Ländern auch für die Einreise vorausgesetzt. vorausgesetzt.

So darf man ohne nachgewiesenen Impfschutz gegen Gelbfieber zum Beispiel nicht nach Ghana oder Nigeria einreisen. Ebenfalls auf dem Programm steht die Malaria-Prophylaxe. Die vorbeugende Einnahme von Antimalaria-Medikamenten ist wegen möglicher Nebenwirkungen nicht gerade beliebt. Dazu erklärt Westphal: »Schwerwiegende Nebenwirkungen sind extrem selten, die Folgen einer Infektion mit der gefährlichsten Form der Malaria, der Malaria tropica, sind jedoch ernst. Malaria tropica kann unbehandelt innerhalb von 24 Stunden zum Tod führen.« Reisende nach Afrika seien daher gut beraten, eine Malariaprophylaxe wahrzunehmen. Ob und welche Malariaprophylaxe notwendig ist, hängt nicht nur vom Reiseziel ab, sondern auch von der Dauer des Aufenthalts.

»Bei einem Aufenthalt von mehr als vier bis sechs Monaten ist eine medikamentöse Prophylaxe nicht mehr möglich. Hier muss ganz konsequent auf Moskitoschutz geachtet werden, wobei die vielfältigen Symptome einer Malaria tropica unbedingt bekannt sein müssen, um bei den ersten verdächtigen Symptomen sofort einen Arzt aufzusuchen.«

Impfungen und eine gut zusammengesetzte Reiseapotheke sind aber nur die eine Seite. Vielen Erkrankungen kann man ohne Medikamente und allein durch eine geeignete Verhaltens- und Ernährungsweise begegnen. Wie man sich durch Kenntnis der »Gewohnheiten« und Übertragungs­mechanismen vor einer Bakterien- und Einzeller-Infektion vor Ort schützen, eine Wurminfektion vermeiden, Mücken- und Zeckenstichen mit zum Teil gefährlichen Krankheitserregern entgehen und sich vor ungebetenen Mitessern in Acht nehmen kann, erläutert Dr. Wolfgang Böckeler vom Zoologischen Institut im ersten Teil des eintägigen Seminars.

Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Mitarbeiter von Firmen mit Auslandsfilialen, Entsandte für den ausländischen Entwicklungsdienst, Reisebegleiter von Reisegesellschaften, Wissen­schaftler auf Expeditionen sowie Reisegruppen und Einzelreisende. (ne)
Top  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE  Feedback 


Zuständig für die Pflege dieser Seite: unizeit-Redaktion   ► unizeit@uni-kiel.de