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Nr. 61, 10.07.2010  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE  Feedback 

Netzgeschäfte

Bei Wochenend-Workshops schmieden Studierende Pläne für internetbasierte Geschäftsmodelle. Im Gründerprojekt Kampuni stehen ihnen Wissenschaftler mit Rat und Tat zur Seite.


Foto: PictureAlliance

In Zeiten von iPad und Smartphone steigen die Anforde­rungen an die Technologie stetig. Branchenneulinge, die gerade ihr Studium abschließen, können es da ohne prak­tische Erfahrungen schwer haben. An diesem Punkt setzt das Projekt Kampuni an. Die Arbeitsgruppe »Angewandte Informatik« unter Professor Andreas Speck und Doktorand Andreas Rusnjak organisiert regelmäßige Treffen – genannt Webends – für Studierende der Kieler Hochschulen und anderer Institute. Hier lernen die Teilnehmenden, anhand eigener Geschäftsideen verschiedene Methoden zur Markt- und Geschäftsmodellanalyse anzuwenden. Das heißt, sie erstellen eigene Unternehmenskonzepte mit Kosten- und Risikobewertung. Dabei werden sie in betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und technischen Fragen von Rusnjaks Team beraten.

»Selbst wenn eine Idee nicht mit einer Unternehmensgründung endet, nehmen die Teilnehmenden viel praktisches Wissen und Methoden, zum Beispiel für ein Assessment-Center, mit«, erklärt Rusnjak.

Informatikstudent Timo Borreck ließ es auf einen Selbstversuch ankommen und hat mit der Idee für ein Kieler Studierendenjobportal während eines Webends drei Gleichgesinnte gefunden. Gemeinsam haben die angehenden Jungunternehmer das Schwarze Brett fürs Internet namens »lohn&brot« entworfen und die Erfolgschancen am Markt ermittelt. Borreck: »Bei der Analyse haben wir herausgefunden, dass es für Kiel noch gar kein Portal für Studentenjobs gibt. Deshalb werden wir es auf jeden Fall weiter ausbauen. Ob das Portal letztlich erfolgreich ist, ist gar nicht so wichtig. Außer Zeit haben wir nichts investiert, dafür aber viel Praxiserfahrung gesammelt.«

Einen Schritt weiter ist die vierköpfige Arbeitsgruppe von Informatikstudent Björn Peters, die ein mobiles Gutscheinbuch (www.qpon.de) entwickelt. Hier kann sich jeder kostenlose Gutscheine beispielsweise für Restaurants oder Modegeschäfte herunterladen. »In zwei bis drei Monaten sind wir so weit, die Seite online zu stellen. Eine entsprechende App wird auch schon entwickelt«, so Peters. Über Förderpro­gramme der Innovationsstiftung Schleswig- Holstein (für Absolventen) oder des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie wollen Peters und seine Kommilitonen ein Gründerstipendium beantragen. Damit wären sie in der Anfangsphase der Unternehmensgründung finanziell abgesichert.

Peters: »Mit dem Studium lässt sich die Arbeit auch vereinbaren. Meine Bachelorarbeit schreibe ich über die Verifikation unserer Gutscheine. So lassen sich Synergieeffekte gut nutzen.« Ab September wird Kampuni voraussichtlich von www.gruenderbu.de abgelöst. Das Projekt ist eine Kooperation mit der CampusBusiness-Box, die sich für praxisnahe Fortbildungen für Studierende einsetzt. Unterstützt wird Kampuni außerdem von L@INC, einem Kooperationsprojekt von fünf Hochschulen aus Schleswig-Holstein unter der Leitung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Rahmen des Bundesprogramms EXIST.

Claudia Eulitz

Weitere Informationen unter:
www.kampuni.net
www.exist.uni-kiel.de/l-inc
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