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Nr. 67, 16.07.2011  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE 

Einwurf: Lüften, wenn die Lampe platzt

Edmund Maser
Foto: privat

Kaputte Energiesparlampen sind Sondermüll. Sie enthalten geringe Mengen an Quecksilber und dürfen daher nicht in die Hausmülltonne. Das Schwermetall kann entweichen, wenn die Lampe zerbricht. Das ist aber kein Grund in Panik zu geraten, meint Professor Edmund Maser vom Institut für Toxikologie und Pharmakologie für Naturwissenschaftler am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel.

unizeit: Wenn Energiesparlampen zerbrechen, kann Quecksilber austreten. Gefährdet das unsere Gesundheit?

Edmund Maser: Wenn man sich richtig verhält, ist das nicht schädlich für die Gesundheit. Nach dem Bruch einer Energie­sparlampe kann der Gehalt von Quecksilber in der Innenraumluft kurzzeitig stark ansteigen. Deshalb ist die erste Maßnahme, dass man das Fenster öffnet, den Raum verlässt und mindestens 15 Minuten lüftet. Dann hat man das größte Problem schon einmal beseitigt.

Was mache ich mit den Scherben?

Auf keinen Fall mit dem Staubsauger aufnehmen! Dadurch würde man das Quecksilber im ganzen Raum verwirbeln. Die Glassplitter, an denen das Quecksilber haftet, kann man mit Hilfe von Papierbögen oder mit einem feuchten Tuch aufnehmen und in ein verschließbares Glas oder eine Plastiktüte füllen. Bei Teppichboden haben sich Klebestreifen zum Aufnehmen der Splitter bewährt. Bei der ganzen Aktion sollte man Handschuhe tragen und die Handschuhe mit den Scherben zusammen zum Sondermüll bringen.

Es gibt Energiesparlampen mit Kunststoffummantelung, die nicht so leicht zerbrechen. Woran erkenne ich die?

Das ist bei verpackten Lampen schwer zu erkennen. Das Beste wäre, in ein Fachgeschäft zu gehen und sich beraten zu lassen. Es gibt inzwischen auch schon Energiesparlampen, bei denen das Quecksilber – ähnlich wie beim Zahnfüllungsmaterial – als Amalgam gebunden vorliegt, was sich bei einem Bruch nicht so leicht verflüchtigen kann.

Kerstin Nees
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