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Nr. 76, 13.04.2013  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE 

Know-how aus erster Hand

Die studentische Unternehmensberatung Uniconsult hilft Existenzgründern und Existenzgründerinnen ebenso wie Großkonzernen.


Junge Köpfe entwickeln frische Lösungen, das ist die Idee von Uniconsult. Foto: iStock-photo

Neunziger Jahre: Damals bekamen einige Studierende der Freien Universität die Gelegenheit, die Übernahme einer ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft durch das Manage­ment des Betriebes zu koordinieren. Aus diesem Praxisprojekt entstand die Initiative Uniconsult Studentische Unternehmensberatung e.V., deren Ableger sich schon bald an Hoch­schulen im gesamten Bundesgebiet fanden; auch in Kiel entstand 1997 die Uniconsult Region Nord.

»Nach erfolgreichen Jahren stand der Verein 2008 vor der Auflösung, weil die verbliebenen Aktiven ihr Engagement beendeten und der Nachwuchs wegen der Umstellung der meisten Studiengänge auf Bachelor und Master wegbrach«, erklärt Lars Wörpel, Vorstandsvorsitzender der Kieler Uniconsult-Sektion. »Aber das Reanimieren hat geklappt, durch Präsentationen in Einführungsvorlesungen und Infoabende haben wir heute wieder rund 35 aktive Mitglieder«, sagt Wörpel. Gemeinsam betreuen sie im Schnitt parallel zwei bis drei Projekte, sammeln auf diese Weise neben dem Studium praktische Erfahrungen und können außerdem Kontakte in die Wirtschaft knüpfen.

»Die meisten unserer Mitglieder studieren Betriebs oder Volkswirtschaftslehre«, weiß Johanna Wohlgemuth, die für Uniconsult die Presse und Öffentlichkeitsarbeit erledigt. »Wir haben aber auch Wirtschaftsingenieure und einen Geowissenschaftler dabei.« Uniconsult ist jedoch offen für Studierende aller Fachrichtungen und aller Kieler Hochschulen, wichtig sind das Interesse an Existenzgründer und Unternehmensberatung sowie die Bereitschaft, sich einzubringen. »Da wir viele Kunden aus dem Gesundheitswesen haben, würden wir uns zum Beispiel sehr über Studierende der Medizin freuen, die Lust haben, bei uns mitzumachen«, erläutert Wohlgemuth. Auch Juristinnen und Juristen stehen mit ihrem Knowhow aktuell ganz oben auf der Wunschliste des Uniconsult-Teams.

Lars Wörpel erinnert sich noch gut an das erste Projekt, bei dem er vor dreieinhalb Jahren als Erstsemester dabei war: »Ein Kieler Arzt wollte das Qualitätsmanagement in seiner Praxis ausbauen. Wir haben ihm einen Fragebogen entworfen, um die Kundenzufriedenheit zu erhe­ben«, berichtet Wörpel, der mittlerweile im Masterstudiengang Quantitative Finance einge­schrieben ist. Auf Basis der 1200 ausgefüllten Fragebögen riet das Uniconsult-Team dem Medi­ziner, die Sprechzeiten anzupassen – montags mehr akute Fälle, mittwochs und donnerstags mehr Termine. Ergebnis: Weniger Wartezeit für die Kranken, weniger Stress für alle Beteiligten. Doch auch Firmen anderen Kalibers lassen sich von den Kieler Studierenden beraten: So holte sich ein Großkonzern aus der Gesundheitsbranche Tipps zur Prozessoptimierung. »Auf diese Weise kommt man als Bachelorstudent auch mal mit dem Vorstand eines 50.000-Mitar­beiter-Unternehmens ins Gespräch«, freut sich Lars Wörpel.

Ganz kostenlos sind die Beratungen für die Kunden zwar nicht, doch »mit den Einnahmen decken wir lediglich unsere Betriebskosten für Telefon, Drucksachen und Ähnliches«, sagt Wörpel und ergänzt lächelnd: »Ab und zu ist auch mal ein Kasten Bier drin, schließlich sind wir eine studentische Initiative.«

Jirka Niklas Menke

► www.uniconsult-kiel.de
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